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Tour 2001,  21 - 27 Juli

StreckeDistanz (km)Steigung (m)
Lignières - Neuchâtel + Montreux - Les Gets - La Colombière - Les Aravis1622640
Les Aravis - Les Saisies - Cormet de Roselend - Bonneval1473200
Bonneval - La Madeleine - Le Galibier - Briançon1323390
Briançon - Vars - La Condamine - Vars - La Chalp1372810
La Chalp - Izoard - Montgenèvre - Assietta - Susa1383380
Susa - Mont Cenis - Iseran - La Rosière1213840
La Rosière - Grand St-Bernard - Martigny + Neuchâtel - Lignières1603240
Total99722500

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Strecke 1 (21. Juli 2001): Lignières - Neuchâtel + Montreux - Les Gets - La Colombière - Les Aravis

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Ich hatte zwei Wochen lang gewartet, bis die Wettervorhersagen gut waren und konnte endlich an diesem Samstag morgen meine Tour von Lignières anfangen. Der Himmel hatte sich über nacht gereinigt und es war wirklich kalt (5 Grad). Zuerst bin ich nach Neuchâtel hinuntergefahren und habe den Zug von 7 Uhr nach Lausanne genommen, dann nach Montreux.
Die französische Alpen waren Ziel dieser Tour, aber der Anfang war flach: um den Genfersee nach Thonon. Erst dort verliess ich den See und fuhr links gegen die Berge, dem Tal der Drance entlang. Es waren mehrere Gruppen auf diesem Fluss, entweder mit Raft oder mit Kanu. Die Steigung war zuerst ganz sanft, dann mehr und mehr ausgeprägt. Ich hatte sehr früh gefrühstückt und wurde deshalb schon hungrig. Ich merkte es nicht nur im Magen sondern auch in den Beinen. Eine Halt bei einer Bäckerei drängte sich also. Und eine zweite Halt um Mittag als ich Les Gets erreichte. Nach diesem ersten Pass ging es weiter ungefähr nach Süden, über Taninges, Cluses und dann zum Pass von La Colombière. Es war ein ganz hübscher Aufstieg, auf einer kleinen Strasse mit wenig Verkehr und in einer schönen Berglandschaft. Unter dem Pass liegt ein Dorf namens Le Reposoir, was so was wie Rastplatz bedeutet. Ich rastete nicht dort, kann aber verstehen, dass es mal angebracht sein kann: die letzten drei Kilometer des Aufstiegs waren dann echt steiler. Auch wenn La Colombière nicht besonders hoch liegt ist sie sicher kein so leichter Pass. Die Abfahrt war auch schön. Dann wollte ich zwar etwas weiterfahren, aber doch schon für schauen, ob ich einen Unterkunft für die Nacht finden könnte. Ich hatte viel Glück, als ich unter Les Aravis das letzte freie Zimmer in einem kleinen Gasthaus erhalten konnte. Schöne Berge, nette Leute, nahr- und schmackhaftes Abendessen (alles Gäste zusammen am Tisch), dann das Klingeln der Kuhglocken unter den Sternen: es hat mir dort gut gefallen und habe wunderbar geschlafen.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Les Prés (Lignières)0920 
Les Gravereules194020
St-Blaise10470 
La Coudre1155080
Neuchâtel14460 
>>> Montreux14390 
Villeneuve18370 
St-Gingolph3639020
Thonon62370 
Les Gets981160790
Taninges110640 
Châtillon114740100
Cluses121480 
Col de la Colombière13916101130
Le Villaret150860 
Les Quatre-Vents1621360500
Total162 2640

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Strecke 2 (22. Juli 2001): Les Aravis - Les Saisies - Cormet de Roselend - Bonneval

Profil2

Ich erwachte gerade rechtzeitig, um beim Öffnen des Frühstücks-Buffet dabei zu sein. Die andere Gäste wollte in den Bergen wandern und ich was deshalb einmal nicht der einzige, der soviel zum Frühstück nahm. Als ich schon den grössten Teil von Aufstieg auf Les Aravis am Vortag gefahren war, war es keine Herausforderung, den Pass zu erreichen. Von dort bin ich gleich nach Flumet hinuntergefahren, wo ich den Weg meiner 1996er Tour kreuzte. Diesmal folgte ich die Richtung von Les Saisies, aber auch dort machte ich keine Halt am Pass, einfach weil es mir nicht so gefiel mit soviel Touristen und Autos. In der Abfahrt verliess ich die Hauptstrasse bei Hauteluce, um einen ganz kleinen Weg ins Tal zu nehmen, was mir kurz vor Beaufort wieder auf die Hauptstrasse brachte. In Beaufort kaufte ich nicht vom berühmten Käse sondern Gebäck, das ich in die Taschen meines Trikots stopfte. Etwas weiter oben machte ich Halt bei einem Picknick-Platz im Wald. Dort habe ich einen ganz erstaunlichen Mensch getroffen, etwas über 70: Yves Blanchin. Als er mich mit meinem Fahrrad sah, fing er an, etwas über sein Leben als leidenschaftlicher Radfahrer zu erzählen. Unter anderen Fahrten, die auf 350000 km (!) sich summieren, ist er Paris-Brest-Paris gefahren, 1200 km in 3 Tagen und 2 Nächte. Oder das Volksrennen Paris-Roubaix in 37. Position (von mehr als 4000) als er schon 55 war. Or Albertville-Barcelona für die olympische Spiele. Dann zeigte er mir ein altes Fahrrad, das er in seinem winzigen Auto hatte. Jahrgang 1903 mit sogenanntem Rückwärtstritt: die Kette läuft über zwei unabhängigen Freiläufe, so dass man in der Ebene normal tritt... und bergauf den Gang wechselt, indem man rückwärts tritt. Das muss echt ganz lustig aussehen!
Dann musste ich aber wieder auf mein (fast) modernes Fahrrad, um (vorwärts!) zum Pass von Méraillet beim Staudamm von Roselend zu fahren. Als es Sonntag war, befanden sich allerlei Touristen dort, radfahrend, wandernd, segelnd oder nur in der Sonne liegend oder im Auto sitzend. Der Aufstieg ging aber gleich weiter zum Cormet de Roselend. Es war nicht hart aber doch ziemlich lang. Die Abfahrt auf Bourg-St-Maurice war schön. Dann musste ich aber dem Tarentaise-Tal entlang fahren und hatte dabei (trockenes) Gegenwind. Es war etwa 3 Uhr, als ich in Aigueblanche ankam. Ich nahm den Aufstieg nach Douucy in Angriff, um über einen Kamm zu fahren, der mir zur Strasse vom Madeleine Pass führen sollte. Leider war die Strasse zwischen Doucy und Celliers wegen einem Hangrutsch abgeschnitten. Und unten gab's keine Warnung darüber, mindestens nicht auf meinem Weg. Im Gegenteil war in Aigueblanche noch ein Wegweiser zur Madeleine, und das obwohl der Rutsch drei oder vier Jahre zurücklag! Na ja, erst in Doucy als ich mich nach dem Weg erkundigte, sagte mir zwei Damen, dass ich zurück ins Tal musste. Sie sagten mir auch, ich sei bei weitem nicht der erste, der in dieser Falle gefallen war. Sehr enttäuscht von den französischen Strassendiensten bin ich halt umgekehrt, um die normalere Strasse zur Madeleine zu nehmen. Ich war schone müde und meine Motivation hatte von diesem Umweg eingebüsst, aber ich wollte nicht im Tal unten übernachten. Also bin ich bis zum ersten Dorf auf dem Weg zum Pass gefahren, sogar etwas abseits der Strasse um eine Unterkunft in einem hübschen und ruhigen Weiler zu finden.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Les Quatre-Vents01350 
Col des Aravis31490140
Flumet15920 
Arcanière251460540
Nant Rouge261430 
Col des Saisies301630200
Beaufort47740 
Col de Méraillet591610870
Lac de Roselend621590 
Cormet de Roselend681920330
Bourg-St-Maurice88840 
Aigueblanche118470 
Doucy126990520
St-Laurent133470 
La Léchère138450 
Bonneval-l'Église1471050600
Total147 3200

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Strecke 3 (23. Juli 2001): Bonneval - La Madeleine - Le Galibier - Briançon

Profil3

Dank einem guten Abendessen und einem guten Schlaf waren meine Kräfte zurück, als ich den Aufstieg zur Madeleine in Angriff nahm. Es war noch lang, aber ich konnte die Fahrt geniessen. Links auf der anderen Talseite konnte ich den Bergsturz sehen, der mir zu einem Umweg gezwungen hatte; es wäre wirklich nicht befahrbar, ja nicht einmal begehbar gewesen. Weil es noch früh war, gab es erst wenig Verkehr bis zum Pass. Im obersten Teil der Abfahrt musste ich aufpassen, nicht auf einem der vielen Kuhfladen auszurutschen. Als ich dann im Maurienne Tal ankam, war ich froh, die neue Autobahn zu sehen. Nicht um darauf selber zu fahren, aber weil die meisten Lastwagen dort rollten. So war die Landstrasse nicht mehr so furchtbar wie bei meiner 1996er Tour, als ich schon mal dort war.
Mit etwas Hilfe vom Wind konnte ich zügig nach St. Michel fahren. Ich kaufte dort ein Picknick und machte Halt in einem kleinen Park zum Essen. Ich sah ein Motorrad mit neuenburger Nummer und sprach zum Paar, das mit dem unterwegs war. Sie waren eigentlich auf Erkundungs-Tour für eine zukünftige Reise mit dem Fahrrad. Es war Mittag, als ich St. Michel in Richtung Télégraphe Pass verliess. Ich war froh, dass die Strasse grösstenteils im Schatten vom Wald war. Als ich in Valloire ankam (zusammen mit zwei Radfahrern aus Deutschland), war die Konditorei zu. Ich wollte mal etwas anders als nur Wasser oder meine aus Pulver selbst vorbereitete Getränke. Ich nahm deshalb etwas auf der Terrasse eines Restaurants. Dann bin ich zum Galibier gefahren, einem der höchsten Pässen der Alpen. Die Steigung war unregelmässig und besonders hart in der letzten Kilometern. Ich hatte glücklicherweise meine Energie ziemlich gut eingeteilt (mit der Hilfe von meiner Uhr mit Höhenmesser, die mir immer angab, wieviel noch zu steigen war). Um die Berge sammelten sich Wolken und vom Pass konnte man Regen und Blitze beobachten. Klar, dass ich dann nicht lang oben blieb. Die Abfahrt war im ersten Teil ganz schön, aber die Strasse war nass, als ich beim Pass Lautaret ankam. Von dort an gab es auch mehr Verkehr, was die Sicherheit vor der Geschwindigkeit vorgängig machte. Im letzten, weniger steilen Teil nach Briançon bin ich zusammen mit einem Radfahrer aus dieser Stadt gefahren. Als ich dort war, habe ich ein Hotel gesucht. Beim ersten, wo ich fragte, hatten sie noch gerade ein Bett frei. Wieder Glück gehabt.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Bonneval-l'Église01050 
Bonneval1950 
Col de la Madeleine1919901040
St-Avre Baillat39440 
St-Michel-de-Maurienne61710270
Col du Télégraphe731570860
Le Col751550 
Valloire791430 
Collet du Plan Nicolas942410980
Col du Galibier972650240
Col du Lautaret1052060 
Forville (Briançon)1321320 
Total132 3390

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Strecke 4 (24. Juli 2001): Briançon - Vars - La Condamine - Vars - La Chalp

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Wenn ich schon in einer Stadt war, habe ich die Gelegenheit ergriffen, von einem Cyber-Café E-mails zu lesen und zu schicken. Postkarten habe ich auch geschickt.
Ab Briançon habe ich die Hauptstrasse nach Süden genommen, der Durance entlang. Dann bin ich links nach Guillestre und hinauf nach Vars gefahren. Die Steigung war ganz unregelmässig, aber ich erreichte den Vars Pass ohne irgendwelches Problem. Auf der anderen Seite gab es zuerst einige Kilometer mit neuem Teer, was eine schnell und doch sicher Abfahrt erlaubte. Dann kam eine Baustelle und schliesslich war es der alte Belag mit vielen Beulen und einigen Schlaglöchern. Nach St. Paul war ich unsicher, welchen Weg zu nehmen. Ich hatte an mehreren Möglichkeiten gedacht, aber Tatsachen entschieden für mich: die Strasse zum Larche Passe war für Fahrräder verboten. Jemand sagte mir, ich könnte den alten Weg nehmen, und so auf die neue Strasse hinter der verbotenen Strecke zu kommen. Ich hab's probiert, aber der Kiesweg war einfach zu schlecht für meine 23mm Reifen. Ich hatte mich auch über den Parpaillon Pass erkundigt, aber alle haben mir gesagt, es sei auf dieser Seite nur für Mointain Bikes. Also bin ich am Schluss zurück über den Col de Vars gefahren. Wegen der Hitze klebten die Reifen an die Strasse. Aber erst als ich bei der Baustelle ankam, wurde es wirklich schlimm. Eine ganze Gruppe Radfahrer war gerade in der Abfahrt ins brandneue Teer gefahren. Sie probierten jetzt, die Räder vom Teer wieder zu befreien. Ich war also glücklich gewesen, dort früher hinunterzufahren. Jetzt bergauf ging ich lieber zu Fuss im Grass auf der Strassenseite. Trotzdem konnte ich es nicht ganz vermeiden, meine Reifen mit etwas klebendem Kies zu beschmücken. Auf der anderen Seite des Passes gab es auch zwei Baustellen, aber nichts schlimmes. Der Rest von der Abfahrt war problemlos. Zurück in Guillestre bog ich nach Rechts in die Guil Schlucht ab. Dank etwas Rückenwind konnte ich über 30 km/h fahren. Dann bin ich aber ins Izoard Tal gefahren, und die Steigung wurde zusehends stärker. So bin ich bis La Chalp gefahren, ein Ortsteil von Arvieux, das für seine steile Strassenabschnitte bekannt ist, d.h. nicht nur für Tour-de-France Fahrer steil, sondern auch für Amateure wie ich. Auch dort habe ich ein nettes kleines Gasthaus gefunden. Ich hatte noch Zeit, meine Tagesnotizen zu schreiben, bevor das Abendessen für die gesammelte Gäste serviert wurde.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Forville (Briançon)01320 
La Gagière36890 
Guillestre3998090
Col de Vars6021101130
St-Paul-sur-Ubaye681470 
La Condamine771270 
St-Paul-sur-Ubaye861470200
Col de Vars942110640
Guillestre Riou-Bel113970 
Pied-la-Visite1151100130
Le Pont-de-Pierre1181060 
L'Ange Gardien1291350290
La Chalp1371680330
Total137 2810

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Strecke 5 (25. Juli 2001): La Chalp - Izoard - Montgenèvre - Assietta - Susa

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Ich konnte wieder mal die Vorteile eines frühen Passaufstiegs: frische Luft und ganz wenig Verkehr. Leider war dann das kleine Fahrrad-Museum oben auf dem Izoard noch geschlossen. Nach dem Aufstieg konnte ich aber auch die Abfahrt auf einer guten Strasse geniessen. So kam ich wieder in Briançon an, fuhr dann aber nach Montgenèvre. Vom unteren Stadtteil von Briançon hatte ich schon die alte Festung gesehen, diesmal hatte ich aber von der Strasse her eine bessere Sicht darauf. Nach einem leichten Aufstieg durch Föhrenwälder kam ich etwa um 11 in Montgenèvre, gleichzeitig Pass und Grenze zu Italien. Glücklicherweise war dieser Pass am Tag für Lastwagen verboten, und nur Autos störten (diese französische Diesel-Autos mit derem Gestank!). Die Abfahrt nach Cesana war auf einer guten und breiten Strasse, mit kaum Bedürfnis die Bremsen zu berühren. Dann ging's wieder bergauf, nach Sestrière. Das war ein ganz ruhiger Aufstieg, aber die Schwierigkeiten kamen erst später. Ich wollte über den Assietta Berggrat und dann über den Finestre Pass auf die andere Seite nach Susa fahren. Ich wusste, dass dies ein Kiesweg war, aber dass es mit Rennrad fahrbar sein sollte. Es war nicht wirklich falsch, und ich habe es auch geschafft, über diese lange Strecke über vielen kleinen Pässen zu fahren, und sogar ohne Platte oder sonstige Schäden. Es waren ja sogar andere Radfahrer auf Strassenräder auf diesem Weg. Ich würde es selber nicht mehr so probieren. Die Sicht war schön, aber ich hatte kaum Gelegenheiten, sie zu geniessen: meine ganze Aufmerksamkeit galt für den Weg. Am schlimmsten war es für die Schulter, weil der Lenker so schüttelte. Und so ging es über die Pässe Basset, Bourget, Cotte Plane, Blegier, Lauson, Assietta und schliesslich Finestre! Erst im unteren Teil der Abfahrt nach Susa war es wieder geteert, dann aber über eine unglaubliche Anzahl von Serpentinen durch den Wald. Mal in Susa musste ich noch etwas herumfahren, um einen Ort zum Übernachten zu finden. Aber es fühlte sich recht gut, wieder auf normale Strassen zu fahren!

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
La Chalp01680 
La Platrière62220540
Casse Déserte72190 
Col d'Izoard92360170
Briançon291200 
Montgenèvre431850650
Cesana Torinese531340 
Sestrière682030690
Costa Treceira742460430
Colle Basset752420 
Colle Bourget782300 
Costa Piana842290 
Monte Genevris862480190
Colle Blegier882380 
Colle Lauson912500120
Colle922480 
Testa dell'Assietta94257090
Colle dell'Assietta952470 
Montagne d'Usseaux1071920 
Colle delle Finestre1102180260
Colletto di Meana1171460 
Susa130500 
Giaglione134740240
Susa138500 
Total138 3380

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Strecke 6 (26. Juli 2001): Susa - Mont Cenis - Iseran - La Rosière

Profil6

Am Anfang der Steigung von Susa zum Mont Cenis habe ich eine Gruppe von Radfahrern eingeholt, die von Antibes nach Thonon in 5 Tagen fuhren. Zwei hatte ich schon am Tag vorher gesehen. Wir fuhren ein Stück gemeinsam, aber dann bin ich allein weiter. Der Aufstieg war nicht schwer aber lang, zuerst in Laubwäldern, dann in lichteren Nadelwäldern, schliesslich durch Weiden und Felsen. Oberhalb vom Staudamm, also schon wieder in Frankreich, ging es ein wenig hinauf und hinab und dann kam der Pass. Dort war ich um 10 Uhr. In der Abfahrt von dort hatte ich nur das Problem, dass meine Handgelenke auf dem Lenker schmerzten, jedesmal wenn die Strasse etwas uneben war: eine Folge der Tortur vom Vortag. In Lanslevillard bog ich rechts ab zum Madeleine Pass. Es ist aber ein anderer Pass als der gleichnamige vom 3.Tag! Die ersten Kurven waren steil und auch meine Knie fingen an zu schmerzen, auch eine Nachwirkung des Assietta-Kamms. Nach einer kurzen Abfahrt fuhr die Strasse leicht bergauf im Tal nach Bonneval. Ich bin in diesem gut erhaltenen, sehr malerischen Bergdorf angehalten und kaufte einen Imbiss in der Bäckerei. Als nächster auf meinem Programm stand der Iseran, der höchste Pass dieser Tour und eins von den höchsten Alpenpässen. Es war ein ausgesprochen schöner Aufstieg, mit Aussicht aus Tal und auf die Berge und Gletscher, die die Grenze mit Italien bilden. Es waren viele andere Radfahrer unterwegs über diesen berühmten Pass. Und viele oben am Pass, die das schöne Wetter... und den Stolz vom Aufstieg genossen. Die Abfahrt nach Val d'Isère machte Spass, dann gab's aber mehr Motor-Fahrzeuge, eine flache Strecke beim Tignes See sowie Baustellen. Ich fuhr nicht weiter als Ste. Foy hinunter. Stattdessen bin ich über eine kleine Strasse nach Montvalezan hinauf. Es war inzwischen heiss und ich war froh, dass es viele Brunnen in diesem Teil der Alpen gibt. Meine Strasse mündete schliesslich auf den sanften Aufstieg zum Petit-St-Bernard, wo ich nach drei Kurven La Rosière erreichte. Dort machte ich Halt für die Nacht. Vom Hotelzimmer hatte ich eine prächtige Sicht auf die Arcs Berggruppe.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Susa0500 
La Caisse2420601560
La Caisse252030 
Fontainettes27210070
La Vachère302040 
Col du Mont Cenis31208040
Lanslevillard411460 
Col de la Madeleine451720260
l'Ile (Bessans)471670 
Bonneval-sur-Arc571810140
Col de l'Iseran712760950
Val-d'Isère871830 
La Daille891790 
Tunnel du Chevril93182030
Ste-Foy1071060 
La Rosière1211850790
Total121 3840

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Strecke 7 (27. Juli 2001): La Rosière - Grand St-Bernard - Martigny + Neuchâtel - Lignières

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Der Rest vom Aufstieg zum Petit St-Bernard war auch nicht so steil und deshalb leicht. Dann auf der italienischen Seite war es etwas steiler, gerade um zwischen den sanften Kurven recht schnell fahren zu können und so die Abfahrt in Morgensonne zu geniessen. In La Thuile musste ich nach dem Weg fragen, der über San Carlo nach Arly führt. Von der Distanz her macht dieser Pass keinen Unterschied mit der Landstrasse über Pré-St-Didier. Die Strasse war schmal aber gut und mit wenig Verkehr, aber diese Ruhe musste mit einem steilen Aufstieg bezahlt werden. Weiter musste ich aber wieder auf die Hauptstrasse nach Aosta, wo ich um 11 Uhr eintraf. Dort hatte ich 1900 Höhenmeter vor mir bis zum Grand St-Bernard. Es war zuerst gar nicht interessant: Verkehr, Hitze und Luftverschmutzung. Der Gestank der Verschmutzung nahm als erster ab, dann die Hitze, und der Verkehr als die Strassen zum Tunnel oder zum Pass sich trennten. Es war der letzte Pass der Tour, und ich musste nicht daran denken, Kräfte für weitere zu sparen. Ich fuhr deshalb ohne Pause bis zum Pass, nur mit kurzen Halten, um die Flaschen nachzufüllen. Am Pass nahm ich aber Zeit für ein warmes Mittagessen am Hospiz, bevor ich in die lange Abfahrt nach Martigny los fuhr. Wie so oft war der Wind stark im unteren Entremont-Tal. Ab Sembrancher musste ich sogar hart gegen den Wind treten.
In Martigny konnte ich gerade den Zug nach Lausanne nehmen, mit Anschluss nach Neuchâtel. Als ich in Neuchâtel ankam, began es soeben leicht zu regnen. Als es noch heiss war (um die 30 Grad), war ich eigentlich nicht unzufrieden über die Regentropfen. Ich bin im Aufstieg auf Les Prés sur Lignières noch energisch gefahren, und um 18 Uhr war ich dort, wie ich es am Telefon von Lausanne her vorangemeldet hatte.
Diese 2001er Tour war hart, was die Anzahl Pässe und die grosse Höhenunterschiede betrifft. Trotz Probleme wegen geschlossenen oder ungeteerten Wegen, und dank dem durchwegs schönen Wetter, war es eine ganz schöne Tour. Die Gastfreundlichkeit in diese Teile der Alpen wird auch in guter Erinnerung bleiben.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
La Rosière01850 
Col du Petit St-Bernard92190340
La Thuile221470 
St-Charles / S. Carlo301970500
Morgex40960 
Aosta67590 
Etroubles831260670
Col du Grand St-Bernard10124701210
Bourg-St-Bernard1071930 
Bourg-St-Pierre1131650 
Orsières126910 
Martigny146470 
>>> Neuchâtel146460 
La Coudre14951050
St-Blaise150470 
Les Gravereules159940470
Les Prés (Lignières)160920 
Total160 3240


PS / 4.8.2001