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Tour 2007,  14 - 18 Juli

StreckeDistanz (km)Steigung (m)
Aviano - Monte Rest - Chianzután - Tanamea1562760
Tanamea - Carnizza - Predìl - Vršič - Wurzen - Riegersdorf1413100
Riegersdorf - Windische Höhe - Radenthein - Nockalm - Schönfeld1203280
Schönfeld - Radstädter Tauernpass - Pinzgau - Thurn1641640
Thurn - Kitzbühel - Wörgl54250
Total63511030

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Strecke 1 (14. Juli 2007): Aviano - Monte Rest - Chianzután - Tanamea

Profil1

Meine Tour begann dieses Jahr nicht mit der ersten Etappe sondern mit einem Prolog: die Reise mit dem Zug zum Nordosten Italiens. Ich musste in Mailand umsteigen, durfte aber mit dem Rad nicht in den vorgesehenen Zug (obwohl nichts desgleichen auf der Internet Seite der italienischen Bahn stand, wie im Voraus überprüft). Ich musste eine Stunde warten und einmal mehr umsteigen. Nach einer zehnstündigen Reise erreichte ich endlich Sacile und fuhr von dort nach Aviano mit dem Rad. Anders herum, an diesem Tag null radelte ich nur 30 km, kam aber recht müde am Ziel an.
Der richtige Start war am Samstag morgen. Ich folgte zuerst den Fuss der Berge nach Meduno und fuhr von dort ins Tramonti Tal. Die Steigung war etwas unregelmässig aber sanft. Nach dem See wurde es ernsthafter, und die schmale Strasse machte viele Kehren im Wald. Dank dem Schatten waren es idealen Voraussetzungen für die Fahrt zum Monte Rest Pass. Aber auf der anderen Seite die Strasse war in einem eher schlechten Zustand, was nach mehr Aufmerksamkeit als Geschwindigkeit rief. Nach der Brücke über das Tagliamento stieg die Strasse nochmals, um die Forcella di Priuso zu erreichen. Über diese zwei ersten Pässe war kaum Verkehr. Dies war beim nächsten Abschnitt anders, weil ich auf der Hauptstrasse nach Tolmezzo war. Bald konnte ich aber rechts abbiegen, und da war ich wieder allein. Die erste Hälfte zum Chiampón Pass war leicht, aber dann kam ein 20%-Strassen-Schild. Mein Steigungsmesser gab nie soviel an, aber doch 15% für gut 1 km. Das war eine Herausforderung, weil ich gleichzeitig am Verdauen war - ich hatte ein Sandwich in Soccieve gegessen.
Nach einer kurzen, leichten Abfahrt kam ich auf eine etwas grössere Strasse, auf der ich zum Chianzután. Glücklicherweise war es da weniger steil. Auf dem einfachen Aufstieg folgte eine einfache Abfahrt. In der Nähe von Tolmezzo bin ich nach rechts gefahren, Richtung Gemona, dann Tarcento. Es ging mehrmals auf und wieder ab, was langsam an meine Kräfte zehrte. Ab Tarcento hatte ich nur noch die Steigung ins Torre Tal. Es war nicht sehr steil, aber mein rechter Knie schmerzte ein wenig. Ich bin bis kurz vor dem Tanamea Pass gefahren, wo ich ein einladendes Hotel gefunden habe. Im Eingang war ein Fernseher, und ich konnte gerade die Ankunft der Etappe der Tour de France sehen. Es war nicht sehr unterschiedlich von einer meiner Etappen, was Distanz und Steigung betrifft... aber eine ganz andere Welt von der Geschwindigkeit her!

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Aviano0160 
Giais6310150
Malnisio10280 
Montereale1433050
Fanna25250 
La Clevata40370120
Tarceno (Tramonti di Sotto)42340 
Tramonti di Sotto4337030
Matan (Tramonti di Mezzo)44340 
Forca di Monte Rest571050710
Serais / Tagliamento65500 
Forcella di Priuso69660160
Priuso72450 
Medìis7348030
Socchieve76400 
Lunas80550150
Rio Masareit81520 
Sella Chiampón84790270
Pozzis89700 
Sella Chianzután93950250
Avons106300 
Lago di Cavazzo114200 
Chiamp (Bordano)117320120
Braulins123200 
Gemona12728080
Magnano133190 
S. Osvaldo143350160
Vedronza145320 
Pian dei Ciclamini (Tanamea)156800480
Total156 2760

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Strecke 2 (15. Juli 2007): Tanamea - Carnizza - Predìl - Vršič - Wurzen - Riegersdorf

Profil2

Ich war schon fast am Tanamea Pass und kaum gestartet deshalb schon oben. Leider schmerzte mein Knie und ich fragte mich, wie weit ich so fahren könnte. Ich musste einfach mit kleinen Übersetzungen weiter probieren. In der Abfahrt habe ich kurz vor dem Grenzort Uccea nach links abgebogen, um zur Sella Carnizza hinaufzufahren. Die Strasse war schmal, aber eigentlich nicht zu schmal, da ich war ganz allein dort an diesem Sonntag morgen. Es wäre ein sehr schöner Aufstieg gewesen, hätte ich mein Knie vergessen können. Am Pass waren einige Ferienhäuser. Dann kam eine steile und ruppige Abfahrt nach Resia. Nach dem Knie litten die Handgelenke! Zwischen Resia und Resuitta war viel weniger steil. Ab dem Ferro Tal bin ich dann rechts auf die Hauptstrasse gefahren. Die parallele Autobahn war da nicht allzu viel Verkehr. Weiter bin ich ins Roccolana Tal gefahren. Es war zuerst ein sehr sanfter Anstieg, aber mein Knie schmerzte. Dann wurde es steiler... und besser mit dem Knie. Die Strassen-Schilder war im Gegenteil zut Tag vorher: 16% angegeben, aber 20% auf meinem Steigungsmesser. Ich machte Halt kurz vor der Sella Nevea für ein Sandwich und ein süsses Getränk, fuhr dann weiter zum Predil See. Nach dem See habe ich den Wegweisern nach Slowenien gefolgt, was mich üben den Predil Pass führte. Der Aufstieg war ziemlich steil aber kurz. Die Abfahrt war viel länger und ganz hübsch, mit nur einigen Halten, um die schöne Berge zu photographieren. Gegen Bovec hatte ich etwas Gegenwind, aber entsprechend wurde er zum Rückenwind, als ich links ins Tal nach Trenta abbog. Bis zu dieser Ortschaft war es gar nicht steil. Aber dann fingen die Haarnadelkurven des Vršič Passes an. Diese Kurven war rücklaufend ab 50 numeriert. Glücklicherweise wusste ich, dass dies die Summe von beiden Seiten entspricht, mit je 25 Kurven. Zwei Nummer dieser Südseite können nützlich sein: es gibt einen Brunnen bei Kurve 38, und der steilste Abschnitt ist kurz vor Kurve 27, also nicht weit vom Pass. Es war heiss und sogar im Wald war wenig Schatten; deshalb musste ich viel trinken, etwa 3 Liter nur für diesen Aufstieg. Aber ich hatte Zeit und erreichte den Pass problemlos. In der Abfahrt nach Kranjska Gora gab es Pflastersteinen in den Kurven. Dann fuhr ich ein Stück auf die Hauptstrasse mit einem guten Rückenwind. Ich machte Halt in Podkoren, um eine Limonade in einem Restaurant. Dort auf der Terrasse war eine Gruppe Urlauber aus Österreich. Sie interessierten sich für meine Tour und zahlten mir die Limonade gegen meine Erzählungen. Dann bin ich noch zum Wurzenpass hinaufgefahren, auf der grenze nach Österreich. Die Steigung war kurz und die Abfahrt sehr unregelmässig, mit sehr steilen Abschnitten. Ich fand ohne Problem ein Zimmer in einem Gasthaus im ersten Dorf auf der österreichischen Seite.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Pian dei Ciclamini (Tanamea)0800 
Passo di Tanamea385050
Uccea7590 
Sella Carnizza171090500
Résia24380 
Resiutta31310 
Chiusaforte3938070
Pian della Sega50640260
Sella Nevea571190550
Lago del Predìl67960 
Passo del Predìl691150190
Spodjni Log78600 
Maljnik88400 
Trenta102600200
Prelaz Vršič11616101010
Kranjska Gora129800 
Podkoren13185050
Wurzenpass1351070220
Mauth138990 
Riegersdorf141540 
Total141 3100

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Strecke 3 (16. Juli 2007): Riegersdorf - Windische Höhe - Radenthein - Nockalm - Schönfeld

Profil3

Dem Rat des Gasthaus-Besitzers folgend bin ich zuerst über das Gailtal zum Weiler Oberschütt gefahren, um dort einen Waldweg auf der linken Seite des Flusses zu nehmen. Der Weg war eigentlich abgesperrt, aber ich konnte leicht um die Schranke fahren. Er war nicht durchgehend geteert, aber auf einem guten Kies doch gut mit dem Rennrad befahrbar. Ab Nötsch fing es an zur Windischen Höhe zu steigen, aber sehr unregelmässig, mit Stellen um die 20%. Es war schon heiss, als ich den Pass erreichte, so dass ich schon die erste von vielen Limonade-Halten machte. Auf einer Abfahrt folgte einer Aufstieg, nach Kreuzen, dann wieder eine Abfahrt, nach Paternion im Drautal. Ich fuhr quer über dieses Tal und auf der anderen Seite hinauf nach Glanz. Von dort konnte ich den Millstättersee sehen. Die Abfahrt brachte mich zu dessen Ostspitze in Döbriach. Von dort bis Radenthein war die Strasse nur leicht steigend, und mit etwas Rückenwind war die Fahrt bequem. Anders wurde es dann im Aufstieg nach Bad Kleinkirchheim: es war wieder steiler und inzwischen auch recht heiss. Nach einer kleinen Abfahrt konnte ich, in der Ebene, Ebene Reichenau erreichen. Von dort habe ich die Nockalm Strasse genommen, eine Mautstrasse durch durch das gleichnamige Nationalpark. Entsprechend war die Strasse gut und nicht zu sehr befahren, und die Landschaft war sehr schön. Diese Umstände waren eine gewisse moralische Hilfe, doch blieb die physische Herausforderung, einmal um 1000 Höhenmeter zu steigen, dann nochmals um 500 m. Die Nockalmstrasse führt ja über zwei Pässe, erst die Schiestelscharte, dann die Eisentalhöhe, die Strassenpässe über 2000 m, die am weitesten östlich vom Alpenbogen liegen. Wie am Vortag musste ich viel trinken, was am besten bei den Hütten auf diesen Pässen ging, mit den zusätzlichen Belohnungen von den wunderbaren Aussichten und von schönen Abfahrten. Ab Innerkrems stieg ich noch Richtung Schönfeld. Dort konnte ich wieder auf Anhieb ein Zimmer für die Nacht finden. Auch sehr ruhig und günstig.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Riegersdorf0540 
Neuhaus1520 
Nötsch1757050
Wertschach (St. Georgen)21760190
Kerschdorf2477010
Windische Höhe281110340
Innere Kreuzen34870 
Auf der Eben3595080
Paternion42510 
Eder50850340
Döbriach54590 
Radenthein61700110
Bad Kleinkirchheim691070370
Rottenstein72109020
Patergassen741020 
Ebene Reichenau81106040
Schiestelscharte942020960
Sacklhütte1011520 
Eisentalhöhe1082040520
Innerkrems1161480 
Mehrl-Hütte (Schönfeld)1201730250
Total120 3280

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Strecke 4 (17. Juli 2007): Schönfeld - Radstädter Tauernpass - Pinzgau - Thurn

Profil4

Ich brauchte nur ein Paar Mal auf die Pedalen zu treten und schon war ich beim ersten Pass des Tages, der Schönfeldsattel. Die abfahrt von dort gegen Norden war sehr schön, ausser dass ich bei Bundschuh einen Plattfuss hatte (ein sogenannter Schlangenbiss). Nach einem Schlauchwechsel konnte ich Richtung Lungau weiterfahren. Auf der anderen Talseite habe ich den sanften Aufstieg nach Neusess genommen, dann ein flaches Stück bis Mauterndorf. Das Wetter war immer schön, aber noch nicht zu heiss, für den Aufstieg zum Radstädter Tauernpass. Die Steigung war (hier auch) ein wenig unregelmässig, aber doch ziemlich leicht. Um den Pass befindet sich Obertauern, eine Station mit vielen Hotels und Skilifte. Der Ort ist teuer, mindestens am dortigen Getränk gemessen, am teuersten von der ganzen Tour. Die Strasse war sehr gut und die Abfahrt schnell. Als ich unten in Radstadt ankam, habe ich für den Rest des Tages den Kurs auf Westen genommen. Vom Ennstal hatte ich zuerst einen kleinen Aufstieg zur Wagrainer Höhe, dann eine Abfahrt nach St. Johann. Von dort führte die Strasse leicht steigend durch den Pongau, dann ins Pinzgau. Die ganze Strecke war eine Hauptstrasse, aber zum Teil mit Radstreifen, Radwege oder sonstige parallele kleinere Strassen, manchmal gut beschildert, manchmal schlechter oder gar nicht. Unten war das Tal zuerst eng (V-förmig), dann wurde es breiter (glaziale U-Form). Ich hatte Glück und konnte von einem guten, stetigen Rückenwind profitieren. Wegen der Hitze musste ich immer wieder für Flüssigkeit anhalten, aber dazwischen kam ich zügig vorwärts. Dies brachte mich nach Mittersill, wo ich Richtung Thurn Pass abbiegen konnte. Die Tagesstrecke endete bei einem Hotel nicht sehr weit vom Pass.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Mehrl-Hütte (Schönfeld)01730 
Schönfeld1174010
Bundschuh121240 
Schmalzeralm13129050
Moos (St. Margarethen)171020 
St. Margarethen18107050
Oberbayrdorf191030 
Neusess241130100
Mauterndorf271120 
Tweng371230110
Radstädter Tauernpass451740510
Weissenhof66830 
Radstadt6887040
Altenmarkt71840 
Wagrainer Höhe81960120
Hallmoosbrücke88700 
Grubhöhe9074040
St. Johann im Pongau93570 
Lend10964070
Taxenbach117760120
Rauris119720 
Walchen14079070
Niedersill143770 
Mittersill15579020
Dietsteinhof (Passthurn)1641120330
Total164 1640

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Strecke 5 (18. Juli 2007): Thurn - Kitzbühel - Wörgl

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Der letzte Abschnitt war kurz, mit dem Ziel, einen Zug nach Hause zu erreichen. Glücklicherweise war eine direkte Verbindung nach Zürich möglich. Ich reservierte (was für die Mitnahme des Fahrrads nötig ist) am Vorabend. Es war schon keinen Platz mehr im Mittags-Zug ab Wörgl, so dass ich erst den nächsten, zwei Stunden später nehmen musste. Ich hatte also mehr als genug Zeit für diese halbe Etappe.
Ich musste zuerst noch die restliche Strecke zum Pass Thurn fahren. Keine grosse Sache. Die Abfahrt nach Kitzbühel war nicht schwierig: ausser bei zwei Spitzkehren war es gar nicht nötig, die bremsen zu berühren. In Kitzbühel bog ich links auf die Hauptstrasse nach Wörgl. Es gab viel Verkehr, was die Reise nicht angenehmer machte, besonders nicht im Tunnel am Anfang des Aufstiegs nach Kirchberg. In Kirchberg konnte ich aber die Hauptstrasse verlassen und durch die Ortschaft statt durch einen zweiten Tunnel fahren. Weiter unten, nach Hopfgarten waren Fahrräder auf der Hauptstrasse nicht mehr erlaubt. Zuerst war keine Angabe über einen anderen Weg, aber ich fand ihn bald: eine kleine Strasse nach Wörgl auf der linken Seite des Tals. Ich war früh genug am Ziel, um mein Billet abzuholen, meinen kleinen Tagesbericht zu verfassen, Essen, Trinken, Zeitung lesen und schliesslich in den Zug einsteigen.
So war ich am Ende von einer weiteren Tour in den Alpen, zwar keine sehr lange, aber am Nächsten musste ich schon zurück sein. Es war nicht einfach gewesen, mehrere Tage mit schönem Wetter in diesem dürftigem Sommer 2007 zu finden, aber am Schluss hatte ich diesbezüglich auch mein Glück in diesen östlichen Teilen der Alpen gefunden.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Dietsteinhof (Passthurn)01120 
Pass Thurn31270150
Hütte (Jochberg)13850 
Kitzbühel22740 
Spertendorf (Kirchberg)31840100
Windau40720 
Haslau41630 
Wörgl54510 
Total54 250


PS / 22.8.2007