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Tour 2012,  22 - 27 Juni

StreckeDistanz (km)Steigung (m)
Chambéry - St-Pierre-d'Entremont - Grenoble - Vizille872030
Vizille - La Mure - Mens - Le Noyer - St-Bonnet-en-Champsaur1352820
St-Bonnet-en-Champsaur - Chorges - Espinasses - Barcelonnette1042060
Barcelonnette - Allos - Cayolle - Barcelonnette1223270
Barcelonnette - Parpaillon - Pontis - Barcelonnette1152540
Barcelonnette - Bonette - Isola - Lombarde - Cuneo1533210
Total71615930

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Strecke 1 (22. Juni 2012): Chambéry - St-Pierre-d'Entremont - Grenoble - Vizille

Profil1

Grosse Überraschung am Anfang dieser Tour! Ich wollte mit dem Zug nach Grenoble und hatte auf der Web-Seite der SBB eine gute Verbindung über Genf gefunden, alles in Zügen, wo man das Fahrrad mitnehmen kann. Am Bahnhof in Zürich konnten sie mir aber kein entsprechendes Billet ausstellen, da der letzte Zug sei... ein Bus. In Genf hatte ich Zeit, nochmals zu fragen, und so erfuhr ich, es sei den ganzen Sommer so wegen Bauarbeiten. Gut, aber dann warum nicht den elektronischen Fahrplan anpassen? Keine Antwort. Also: die Zugsreise endete in Chambéry.
In einem kurzen Blick auf die Karte habe ich eine interessante Strasse von Chambéry nach Grenoble über die Chartreuse Gruppe gefunden. Ich habe also meine Pläne umgestellt und bin zuerst in Richtung Granier gefahren. Ich kannte diesen Aufstieg seit meiner Tour 2004, aber diesmal konnte ich besser davon profitieren. Der Himmel war blau, aber die Luft war noch frisch, ideal zum Fahren. Als Abwechslung bin ich dieses Mal nicht einfach durch das Fosse Tunnel gefahren, sondern ich bin bis zum echten Pas de la Fosse gefahren, das nur 30 Höhenmeter weiter, am Ende eines Kieswegs liegt. Nach diesem Pass und dann dem Granier bin ich geradeaus nach St-Pierre-d'Entremont hinuntergefahren. Es folgte der Aufstieg zum Cucheron Pass. Unterwegs gab es nur ganz wenig Verkehr und die Fahrt war sehr schön. Weil Franzosen nicht immer viel Fantasie haben, hiess die Ortschaft nach der nächsten Abfahrt wieder St-Pierre, diesmal aber -de-Chartreuse. Immer noch in der selben groben Richtung bin ich weiter zum Col de Porte gefahren, der höchste Punkt des Tages. In der Abfahrt bin ich noch über drei weitere Pässe gefahren, ohne je wieder steigen zu müssen, zuerst Col de Palaquit, dann Col de Vence, und schliesslich Col de Clémencières.
Am Fuss der Abfahrt gab es aber eine markante Änderung der Landschaft, nicht nur dass es zum ersten Mal des Tages flach wurde, sondern weil es gab jetzt eine grosse Stadt, Grenoble. Durch die ganze Stadt waren Radwege leicht zu finden, aber nicht so einfach zu fahren. Es gab viele Baustellen, und dann waren die Radwege nicht so gut geteert. Aber ich brauchte nicht lang, um die Stadt in Nord-Süd Richtung durchzuqueren. Ich erreichte Vizille etwa um 17:30. Ich entschied mich dafür, dort zu halten, und nicht schon jetzt den langen Aufstieg nach Laffrey in Angriff zu nehmen. Sieben Pässe in einem improvisierten Nachmittags-Tour: warum sollte ich mich über falsche Zugsfahrpläne beklagen?

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Chambéry0270 
Pas de la Fosse12870600
Tunnel de la Fosse13820 
Granier181130310
St-Pierre-d'Entremont27630 
Le Cucheron361140510
Le Diat40790 
Col de Porte481330540
Col de Palaquit511150 
Col de Vence57780 
Clémencières61620 
St-Martin-le-Vinoux67210 
Vizille8728070
Total87 2030

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Strecke 2 (23. Juni 2012): Vizille - La Mure - Mens - Le Noyer - St-Bonnet-en-Champsaur

Profil2

Die Strecke dieses zweiten Tages war vom Anfang an anspruchsvoll: ich musste nach Laffrey über die Nationalstrasse hinauf, ein Teil der Route Napoléon. Weil es Samstag war, hatte es um diese Zeit glücklicherweise noch nicht soviel Verkehr. In Laffrey hatte ich dann einen guten Grund, die Nationalstrasse zu verlassen, weil ich so zwei kleine Pässe finden konnte, Pas des Blanches and Col de la Festinière. Ich kam wieder auf die Hauptstrasse, als ich das hübsche Städtchen von La Mure erreichte. Dort wählte ich aber wieder eine kleine Strasse, die nach Ponsonnas hinunter fuhr. Nach diesem Dorf wurde die Strasse so eng und löchrig, dass ich mich fragte, ob ich so irgendwo ankommen würde, oder ob ich zurück nach La Mure müsste. Meine Karte war aber glücklicherweise richtig, und die Strasse mündete in eine grössere, die zu einer Brücke über den Fluss Drac führte. Auf der anderen Seite wollte ich zu den Trièves Hügeln hoch, um dort einige Pässe zu finden. Ich musste aber die vorgesehene Reihenfolge ändern, weil eine der Strasse gesperrt war. Es ging also wie folgt: Col de Laye, Col de Masserange, Col Accarias, Col de Cornillon and Col du Thaud. Nach dem Aufstieg zum Pass waren die weitere gar keine Schwierigkeit mehr. Diese Serie endete mit einer Abfahrt nach Mens, wo ich an einem Bar für eine Mini-Pizza und ein Getränk Halt machte. Der nächste Pass war aber auch nicht weit, Col St-Sébastien. Der brachte mich zu einer Art Hochplateau über den Drac. Zuflüsse zum Drac schnitten aber das Plateau, was Umwege mit Höhenunterschieden verlangte. Später fuhr ich ins Tal von einem dieser Zuflüsse, die Souloise. Es ging nach St-Disdier, dann weiter hinauf zum Festre Pass. Ich wollte diesen Pass nicht überqueren, aber es gefällt mir auch nicht, nur hin und zurück zu fahren. Ich probierte deshalb eine Schlaufe zu machen, indem ich zuerst nach Lachaup hinauf fuhr. Nach diesem Weiler war die Strasse aber nicht mehr geteert und es gab ein Paar Kilometer auf Kiesweg. Als ich am Festre ankam, kaufte ich ein Getränk, und dann ging es wieder nach Norden, aber diesmal auf der normalen Strasse. Bei der nächsten Abzweigung bog ich nach Rechts ab, über den Rioupes Pass und hinunter wieder zum Tal der Souloise. Die Strasse hing über eine tiefe Schlucht, bevor sie St-Étienne erreichte. Ich fühlte noch genug Kraft, um noch einen letzten Pass anzuhängen, den Col du Noyer. Der Aufstieg von dieser Seite war nicht wirklich schwierig, obwohl es von der anderen Seiten steiler und länger wäre. Wie währen dem ganzen Tag wechselte die Landschaft ständig, mit Bergen verschiedener Formen und Farben, mit abwechselnden Kulturen, mit Wäldern und bunten Wiesen. Im herrschenden schönen Wetter war es so schön, dass ich immer wieder anhalten musste, um zu photographieren. Nach der Abfahrt vom Noyer Pass blieb nur noch die Herausforderung, einen Ort zum Übernachten zu finden. Eine Herausforderung war es tatsächlich, aber ich meisterte sie auch, und zwar in St-Bonnet.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Vizille0280 
Pas des Blanches91010730
Aveillans18920 
La Festinière1996040
Pont de Ponsonnas31600 
Col de Masserange40930330
St-Jean-d'Hérans44810 
Col Accarias4689080
Combe d'Andrieux49850 
Col de Cornillon5089040
Aubépin (Cornillon)52840 
Le Thaud5388040
Moulin Jalay (Mens)56730 
Col St-Sébastien61980250
Cordéac66890 
Les Achards7095060
Moulin des Achards71870 
Les Veyres811000130
Pont de la Baume83910 
Col du Festre991440530
Les Combettes1021320 
Col de Rioupes1041430110
Pont de Giers1081240 
Col du Noyer1181660420
Les Baraques131970 
St-Bonnet-en-Champsaur135103060
Total135 2820

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Strecke 3 (24. Juni 2012): St-Bonnet-en-Champsaur - Chorges - Espinasses - Barcelonnette

Profil3

Dritter Tag mit schönem Wetter für diese Tour. Und dritter Tag mit günstigem leichtem Nordwest Wind. Die Vorhersagen genau zu studieren, das kann helfen! Ich nahm zuerst die Hauptstrasse Richtung Süden über den Col Bayard. An diesem Sonntag morgen war noch nicht viel Verkehr, und der Aufstieg war leicht. In der Abfahrt nach Gap nahm ich die Abzeigung links zum Manse Pass. Diese Strasse hatte einen guten Fahrrad-Streifen bis zum Pass hinauf. Von dort gab es aber keine richtige Abfahrt, als die Strasse dem Tal entlang zum Dorf Ancelle führte. Dann gab es wieder einen Pass über denselben Bergkamm wie beide vorige. Der Col de Moissière war nur etwas höher, aber der Aufstieg war weder lang noch schwer. Auf der Südseite war es aber länger, steiler und enger. Ich nahm dann kleine Strassen nach Chorges. Nach dieser Stadt habe ich Strassen genommen, die um den See von Serre-Ponçon führen. Zuerst war es ein wenig frustrierend, weil man durch die Vegetation kaum einen Blick auf den See hatte. Die Strasse fuhr bergauf um einen Hügel, also über einen Pass, Lebraut. Von da an gab es schöne Aussichtspunkte über den See, weiter auch über den Damm. Leider kann man das Tal nicht über diesem Damm überqueren, und ich musste also weiter hinunter, um über den Fluss Durance zu fahren, der aus dem See heraus fliesst. Dann ging es wieder bergauf und parallel zum südlichen Seeufer, wo es auch einen Pass gab, einfach Le Collet genannt. Ausser kleineren Unregelmässigkeiten war die Strasse zuerst steigend, später absteigend bis man ins Ubaye Tal kam. Es war ziemlich warm, aber der Wind war günstig. Ich musste mich nicht beeilen, um schon um 3 Uhr in Barcelonnette anzukommen.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
St-Bonnet-en-Champsaur01030 
Les Baraques2970 
Col Bayard81250280
Puymonbeau121010 
Col de Manse181270260
Pré Palié191250 
Les Forests211350100
Château d'Ancelle221290 
Col de Moissière291570280
Les Borels37960 
Les Carles38101050
Le Villard46820 
Col Lebraut501110290
Les Lionnets56800 
La Croix5786060
Espinasses62660 
Le Collet69990330
Les Terrasses73102030
Le Lautaret741000 
Pré-Vieux (St-Vincent)771140140
Le Lauzet-Ubaye84900 
Les Thuiles981110210
Barcelonnette104114030
Total104 2060

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Strecke 4 (25. Juni 2012): Barcelonnette - Allos - Cayolle - Barcelonnette

Profil4

Es gibt eine bekannte Tour, die über drei Pässe südlich von Barcelonnette führt. Die Frage lautet dann: in welcher Richtung. Ich entschied mich dafür, die Runde um Gegenuhrzeigersinn zu machen und begann also mit dem Pass von Allos. Es handelt sich um eine gute aber schmale Strasse, nicht sehr steil aber lang, und mit wenig Verkehr. Früh morgens war erst eine Handvoll Autos oder Motorräder da unterwegs. Die Landschaft ist wild und grossartig und ich konnte den Aufstieg richtig geniessen. Auf der anderen Seite ist ein Skigebiet und deshalb weniger Wildnis, dafür hatte ich (hinunterfahrend) aber auch weniger Zeit herumzuschauen. Als ich in Colmars ankam, bog ich bei der Festung links ab, zum Col des Champs hinauf. Die Strasse war auch eng aber gut, fast ganz im Wald. Ich fuhr also im Schatten durch diese kaum berührte Gegend. Nachher, in der Abfahrt, habe ich gemerkt, dass der Gegenuhrzeigersinn eine gute Entscheidung war: die Strasse war breiter und in einem perfekten Zustand, optimal für eine schnelle doch sichere Abfahrt. In der anderen Richtung wäre der Aufstieg in der Sonne schwerer gewesen. Als ich nach diesen zwei Pässen in St-Martin ankam, wartete aber immer noch der höchste auf mich, der Cayolle Pass. Der Aufstieg würde etwa zwei Stunden dauern, und ich machte deshalb zwei kleine Drink-Pausen, eine unten und eine in der Mitte, in der Nähe von einem kleinen See. Es gab ein wenig Gegenwind, aber bergauf spielt das kaum eine Rolle, hat ja sogar den Vorteil abzukühlen. Es ist schwer, über diesen dritten Pass zu schreiben, ohne sich im Vergleich zu beiden anderen zu wiederholen. Der grösste Unterschied lag wahrscheinlich in der anspruchvolleren Abfahrt auf einer engen, kurvigen und ein wenig holpriger Strasse. Nachdem das Tal nach Westen abbog, wurde es enger, fast schluchtartig. Insgesamt war diese Runde sicher eine meiner allerschönsten Radfahrten und ich war entsprechend glücklich, als ich nach 8 Stunden (davon 7 im Sattel) in Barcelonnette zurückkam.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Barcelonnette01140 
Le Plan21120 
Col d'Allos1922401120
Allos351430 
Colmars431270 
Col des Champs542100830
St-Martin-d'Entraunes721030 
Entraunes781260230
Estenc851780520
Col de la Cayolle932330550
Bayasse1021780 
Grand Pont1131330 
Le Plan1201120 
Barcelonnette122114020
Total122 3270

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Strecke 5 (26. Juni 2012): Barcelonnette - Parpaillon - Pontis - Barcelonnette

Profil5

Ich hatte entschieden, eine andere Rundfahrt ab Barcelonnette zu machen, diesmal aber mit einem gemieteten Mountain Bike. Ich fuhr so zum Parpaillon, einem berühmten Pass mit einem langen Kiesweg und einem kurzen Scheiteltunnel. Ich habe zuerst die Strasse nach La Condamine genommen, dann ins Tal vom Parpaillon hinauf. Bei der Sainte-Anne Kapelle endete nicht nur der Belag, die Strasse war auch abgesperrt. Auch für Fussgänger, Pferde und Radfahrer. Es war so wegen Strassenarbeiten, aber ich dachte, es ging eher um Versicherungen als um echte Gefahren oder Hindernisse. Und es war so. Es war nur zwei (nette) Bauarbeiter und eine Maschine, die ich leicht und ohne jegliche Gefahr umfahren konnte. Das war noch im Wald, bevor man daraus zum Schafstall vom Parpaillon ankommt. Und von dort war der Aufstieg noch lang. Auch wenn der Weg gut war, ist die Effizienz nicht mit einem Rennrad auf geteerter Strasse zu vergleichen. So brauchte ich bis Mittag, um den Südportal des Tunnels zu erreichen. Seit dem Schafstall hatte ich nur einen einzigen Radfahrer und drei Murmeltiere gesehen. Sonst war ich anscheinend allein im Tal. Leute aus Barcelonnette hatten mir gesagt, die Tore des Tunnels seien seit dem Winter immer noch geschlossen, aber sie waren auf. Ich hatte also die Wahl zwischen entweder dem sehr steilen Aufstieg in der Schutthalde zum Pass oder dem Tunnel mit einer dicken Eisschicht auf dem Boden (stellenweise mit Wasser oder Schlamm). Ich konnte keine Spur zum Pass im Schutt erkennen, und deshalb wählte ich den Tunnel. Zur Belichtung hatte ich mein Telefon, das ich zu diesem Zweck schon mal nachts im Wald verwendet hatte. Aber hier was es zu schwach, weil das Licht am anderen Ende vom Tunnel blendete, so dass meine Augen sich nie an die Dunkelheit anpassen konnten. Es gelang mir, 2/3 der Strecke mit trockenen Füssen zu erreichen, aber dann trat ich in eine tiefe Wasserpfütze. Na ja, besser Wasser als Schlamm. Am Ende vom Tunnel traf ich zwei Wanderer, und sah einige andere weiter unten. Ich war also nicht mehr so allein wie auf der anderen Seite.
Nach nur einem kurzen Stück Abfahrt habe ich einen Erdweg nach links genommen, der zum Girabeau Pass führt. Die andere Seite dieses Passes ist so steil, dass ich dann zum Parpaillon Weg zurückkehrte, um über La Chalp zum Tal der Durance hinunter zu fahren. Die Abfahrt war sehr lang, zuerst auf Kiesweg, dann (ab etwa 1850 m ü. M.) auf geteerter Strasse. Dann kam das (flache) Teil, das am wenigsten interessant war, sowohl vom Verkehr wie auch vom warmen Gegenwind her. Der Verkehr nahm wieder in Savines ab, nach der Abzweigung der Nationalstrasse zu einer Brücke über den See von Serre-Ponçon. Und der Wind war dann auch keine Problem mehr, als ich die Strasse nach Süden über Pontis und den Col de Pontis nahm. Dieser Pass bot ganz schöne Aussichten über Wälder, Wiesen und dem See. Nach der Abfahrt und deren vielen Haarnadelkurven wurde der Wind zu meinem Helfer. Ich war froh darüber, weil diese Rundfahrt doch etwas lang wurde.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Barcelonnette01140 
La Condamine141290150
Chapelle Ste-Anne201750460
Tunnel du Parpaillon312640890
Les Ecuelles332440 
Col de Girabeau34249050
La Chalp451660 
Les Esmieux (St-André)56990 
Pont Neuf60800 
Chanchore6284040
Liou63790 
Le Moulin6884050
La Pinède69790 
St-Ferréol7084050
Savines71790 
Fontbelle76940150
Col de Pontis811300360
Cimetière d'Ubaye86800 
Le Lauzet-Ubaye94900100
Les Thuiles1081110210
Barcelonnette115114030
Total115 2540

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Strecke 6 (27. Juni 2012): Barcelonnette - Bonette - Isola - Lombarde - Cuneo

Profil6

Nach meinem Aufenthalt in Barcelonnette wollte ich nach Italien. Zwar nicht über dem Larche Pass, der für Fahrräder verboten ist, und wo es sowieso zuviel Lastwagen gibt, sondern über Bonette und Lombarde. Ich war unter den allerersten unterwegs von Jausiers zum Bonette Pass, und ich habe nur wenig Autos, wenig Motorräder und einen einzigen anderen Radfahrer auf dem Weg hinauf gesehen. Hier auch war die Landschaft grossartig und das Wetter perfekt, mit nur einigen belanglosen Wolken. Der Aufstieg war lang, aber unter solchen Bedingungen war nichts dagegen einzuwenden. Auf einer Meereshöhe von etwa 2650 m zweigte ein Kiesweg nach rechts ab. Dort fährt die Strasse über einen topographischen Sattel: das ist der Faux col de Restefond. Weniger als 1 km weiter wird es klar, warum dieser Pass falsch heisst, einfach weil es auch einen echten gibt: Col de Restefond. Die Strasse bleibt aber leicht unter dem Grat und fährt nicht über den Pass. Um ihn doch zählen zu können, bis ich abgestiegen und habe das Fahrrad bis zum eigentlichen Pass gestossen. Dann, wieder nach kaum einem Kilometer, erreichte ich den Hauptpass, den Col de la Bonette. Von dort machte ich auch noch die Runde um den Berg, wo die Strasse bis auf 2802 m steigt. Diese kleine Runde mag sonst nutzlos sein, aber ich benutzte sie, um einige Bilder der Alpen rund herum. Nach nochmals dem Bonette Pass fuhr ich hinunter zum vierten Pass dieser Reihe, Col des Granges Communes, auch Col de Raspaillon genannt. Dann gab es eine lange Abfahrt nach St-Étienne-de-Tinée und weiter nach Isola. Nach St-Étienne gab es einen ganz komischen Fahrrad-Streifen auf der Strasse, mit beiden Richtungen auf der selben Seite, ohne eine weitere Abschrankung als die Farbe auf der Strasse. Wer hat schon probiert, zwischen einem Auto und einem Fahrrad zu fahren, wenn beide entgegen kommen? Es fühlt sich überhaupt nicht sicher...
So oder so, nach einem Imbiss und einem Drink in Isola nahm ich den zweiten ernsthaften Anstieg des Tages in Angriff, auch wenn etwas kürzer. Es ging zum Lombarde Pass. Am Anfang war es ziemlich heiss, aber dann machte sich die abkühlende Wirkung der Höhe bemerkbar, und die Fahrt war leichter. Die Strasse war ziemlich breit und nicht steil, mindestens bis zur Skistation von Isola 2000 (wobei die Zahl die Höhe über Meer darstellt). Diese Retortenstation, wie einige solche in Frankreich, war im Sommer ziemlich hässlich und öde. Ich konnte kaum ein Bar finden, um etwas zu trinken. Es war extrem teuer, sogar für jemand aus der Schweiz. Das letzte Teil des Aufstiegs war über der Baumgrenze, in einer Landschaft von Felsen, Schutt und etwas Grass. Nach einer kurzen Halt auf diesem letzten Pass fuhr ich zur italienischen Seit. Die Abfahrt nach Vinadio war ziemlich lang und die enge Strasse machte viele Kurven. Von Vinadio nach Cuneo habe ich die Hauptstrasse genommen. Die kleinere Strasse auf der anderen Seite des Stura Flusses ist vielleicht besser für Fahrräder, aber ich habe die Abzweigung verpasst, und bin dann dem einfacheren Weg gefahren. In Cuneo habe ich ein Hotel in der Nähe des Bahnhofs gefunden.
Am nächsten Tag, die Zugsfahrt nach Hause würde zum abenteuerlichsten Teil der ganzen Tour werden. Ich musste sogar zwei Mal die Verbindungen mit dem Fahrrad selber unternehmen, zuerst in Mailand mangels Züge, die Fahrräder an Bord nehmen, dann in der Abfahrt vom Gotthard, weil ein Felssturz die Bahn für mehrere Wochen unterbrochen hatte. Der Vorteil ist, dass man nicht nur auf dem Fahrrad sondern auch im Zug oft interessante Leute trifft...

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Barcelonnette01140 
Jausiers9121070
Faux col de Restefond2926501440
Col de Restefond30268030
Col de la Bonette31272040
Cime de la Bonette32280080
Col de la Bonette332720 
Col des Granges Communes362510 
St-Étienne-de-Tinée581140 
Isola73860 
Isola 20009020001140
Col de la Lombarde942350350
Pratolungo115880 
Vinadio11691030
Moiola134690 
Stiera (Gaiola)135670 
Quinto Piano (Roccasparvera)13870030
Cuneo153550 
Total153 3210


PS / 5.7.2012