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Tour 2014,  8 - 11 August

StreckeDistanz (km)Steigung (m)
Andermatt - Gottardo - Nufenen - Furka - Andermatt1163320
Andermatt - Oberalp - Lucmagn - Gottardo - Andermatt1553380
Andermatt - Furka - Grimsel - Susten - Göschenen1153250
Total3869950

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Strecke 1 (8. August 2014): Andermatt - Gottardo - Nufenen - Furka - Andermatt

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Für meine Tour 2014 habe ich mich für den sogenannten Alpenstern entschieden. Vor Jahren war es ein Brevet vom Touring Club Schweiz (TCS). Auch wenn es kein Brevet mehr gibt, darf man diese Tour weiterhin als persönliche Herausforderung annehmen. Es geht darum, aus Andermatt drei Runden mit je drei Pässen zu fahren, je an einem Tag. Drei mal drei sind... sieben, weil zwei der Pässe werden zwei mal in verschiedenen Runden überquert.
Ich reiste nach Andermatt mit meiner Freundin Angelika, die auch ein Paar grössere Pässe fahren wollte. Am ersten Tag sind wir zusammen zum berühmtesten Pass unseres Landes gefahren, zum Gotthard. Die Strasse war nicht besonders steil, aber wir hatten etwas Gegenwind.Ich fuhr deshalb vorne und probierte, den richtigen Rhythmus zu finden, etwas unter mein eigener natürlicher Rhythmus. In einer Stunde und ein Viertel sind wir so von Hospental bis zum Pass hinaufgefahren. Nachdem wir einige Photos geschossen hatten, sind wir über eine schmale Strasse zur Bassa della Sella gefahren. Das war klar nicht Teil des klassischen Alpensterns, aber eine gute Möglichkeit für mich, doch noch neue Pässe zu finden. Als wir uns nährten, haben wir am Pass zwei Radfahrer gesehen. Lustigerweise waren sie Mitglieder vom Club des Cent Cols: eine, Nathalie, die wir schon kannten, und Jean-Philippe, den wir kennenlernten. Nach herzlichen Begrüssungen sind wir zusammen zu den nächsten zwei Pässen gefahren, zuerst Grasso di Mezzo (schön, aber zählt nicht für den Club des Cent Cols), dann Passo Scimfuss (zählt für den Club, auch wenn nicht wirklich ein Pass zwischen zwei Bergen sondern nur über einen Grat). Nathalie und Jean-Philippe wollten noch zum Sella Damm, so haben wir uns auf dem Rückweg von ihnen getrennt. Vom Gotthard fuhr dann Angelika zurück nach Norden und ich weiter nach Süden. Abschiedskuss und bis bald in Andermatt.
Inzwischen war es schon Mittag, als ich mich in die Abfahrt nach Airolo begab. Ich nahm zuerst die neue Strasse, aber weiter unten wird sie zu einer Autostrasse, und Radfahrer müssen dann auf die alte Strasse, die zum Teil mit Pflastersteinen bedeckt ist. Ich spürte immer noch die Vibrationen in meinen Fingern, als ich von Airolo ins Bedretto Tal, hinauf zum Nufenenpass fuhr. Es ist zuerst ein sanfter Aufstieg, aber nach etwa 1o km wird es wesentlich steiler. Mit dem kühlen und feuchten Wetter war es nicht leicht, und am Ende war ich ganz im Nebel. Bei dem schlechten Wetter gab es nur wenig Verkehr. Und das sollte für die ganze Tour gelten. Als ich oben ankam, war ich froh, einen warmen Tee im Restaurant zu trinken. Auf der anderen Seite des Passes schwebten Wolken herum, aber auf der Strasse war kaum Nebel. Als ich Ulrichen im Rhonetal erreichte war es schon halb vier und vor mir stand noch ein grosser Pass. In einem Laden kaufte ich etwas Energie in Form einer Banane, und ich fuhr dann weiter. Ab Oberwald war der Aufstieg nach Gletsch, dann zum Furkapass regelmässig und nicht besonders steil. Meine Beine fühlten sich gut, besser als vorher im Nebel. Die wilde Landschaft, die kurvige Strassen und die Zahnradbahn waren eindrucksvoll und erlaubten mir einige schöne Aufnahmen. Oben am Pass blies ein kühler Wind und ich fuhr deshalb geradeaus. Die Abfahrt erinnerte mich am Unfall, den ich letztmals dort gehabt hatte. Diesmal gab es aber kein fieses Wohnmobil und ich kam heil runter. Etwas nach 18 Uhr kam ich in Andermatt an. Der erste Arm des Alpensterns war ziemlich lang aber sehr angenehm gewesen.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Andermatt01440 
Andermatt1145010
Tristelböden21430 
Hospental4149060
Passo del S. Gottardo112110620
Ospizio S. Gottardo122090 
Bassa della Sella13214050
Grasso di Mezzo14218040
Sorescia152160 
Passo Scimfuss16224080
Sorescia172160 
Grasso di Mezzo18218020
Bassa della Sella192140 
Ospizio S. Gottardo202090 
Airolo351140 
Ossaco421310170
Passo della Novena5924801170
Ulrichen731350 
Oberwald78137020
Gletsch841760390
Furkapass942430670
Realp1071540 
Hospental1121490 
Tristelböden1141430 
Andermatt115145020
Andermatt1161440 
Total116 3320

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Strecke 2 (10. August 2014): Andermatt - Oberalp - Lucmagn - Gottardo - Andermatt

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Die zweite Schlaufe der Tour war für den nächsten Tag (Samstag) vorgesehen, und dann regnete es. Wir haben uns parat gemacht, aber die Vorhersagen waren zu schlecht, und wir haben uns für einen Ruhetag entschieden. Wir sind mit dem Auto nach Sedrun gefahren. Als wir gemerkt haben, dass das Wetter sich doch besserte, war es zu spät, sich anders zu entscheiden. Manchmal sind Volks-Weisheiten doch besser als die wissenschaftliche Meteorologie: Morgenregen hält den Pilger nicht an. So oder so, am nächsten Tag waren wir wieder im Sattel und konnten zum Oberalp fahren. Ab Andermatt ist es ein leichter Aufstieg, und ab Nätschen steigt es nur noch wenig. Es war etwas kühl mit Gegenwind, aber nichts Besonderes. Vom Oberalppass wollte Angelika noch zum nahen Pass Tiarms. Zwei Jahre früher war ich mit dem MTB dort gewesen. Mit Rennrad und Rennrad-Schuhen wollte ich den Schotterweg nicht ausprobieren. Ich habe also Angelika allein gehen lassen und fuhr selber hinunter nach Sedrun und weiter nach Disentis. Dort bin ich rechts hinunter zum Rhein gefahren, dann wieder hoch ins Medel Tal. Ganz am Anfang verlief die Strasse in einer Schlucht mit mehreren Tunnels, aber dann öffnete sich das Tal mit viel Grünland und einige Dörfer oder Weiler. Als ich zum Lukmanier Pass fuhr, näherte ich mich auch den Wolken. Es war wieder recht kühl, aber glücklicherweise regnete es nicht. Ab der Galerie, am Pass dem See entlang, war die Strasse zum Teil nass. Mit ihrem Beton-Belag schüttelte die Strasse. Als ich bei Campra war, fing es an zu Regnen, und nur Minuten später war dieser Regen schon stark. Dann sah ich in einer scharfen Linkskurve einen Wegweiser für Radfahrer, weg von der Hauptstrasse zu einer schmalen Strasse an der Talseiten entlang. Ich war froh, die Beton-Strasse und ihren Verkehr zu verlassen. Aber der Regen blieb, bald begleitet von Nebel. Das verbesserte sich erst langsam mit der Abfahrt. Nach den Paar Weiler von Acquarossa erreichte ich den Talboden vom Blenio Tal, und der Regen hörte auf. In Malvaglia (zurück auf der Hauptstrasse) konnte ich meine Regenjacke abziehen und nach Biasca weiterfahren.
Biasca war der tiefste Punkt des Tages, und auch der ganzen Tour. Von da drehte sich mein Weg rechts hinauf in die Leventina. Auf der Autobahn war viel Verkehr, weil es ein Sonntag am Ende der Ferien war. Leider für mich kam auch ein Teil dieses Verkehrs auf die gleiche Strasse wie ich. Die Leventina ist allgemein nicht steil, hat aber zwei steiler Abschnitte zwischendurch, einen nach Giornico und einen nach Faido. Das ist auch dort, wo die Bahn Schlaufen in Tunnels macht. Nach der ersten dieser Steigungen verliess der Radweg die Hauptstrasse. Ich konnte mich aber nicht lange darüber freuen, dass es wieder regnete, auch wenn nicht so stark. Etwas vor Faido habe ich mich gefragt, ob ich zurück müsste: die Strasse war da ein... Schlammfeld. Aber es war nur kurz so, wo schwere forstliche Maschinen gewühlt hatten. Nach Faido war ich wieder auf der Hauptstrasse, ohne Schlamm aber mit vielen Autos. Nach Airolo hörte der Regen auf, und die Autos waren entweder im Stau vor dem Tunnel oder auf der Autostrasse zum Gotthardpass. Ich habe einen dritten Weg genommen, die alte Tremola Strasse mit ihren Pflastersteinen. Nach meiner Tour 1992, war es mein zweiter Aufstieg auf der Tremola. Leider konnte ich nicht viel davon sehen, weil alles im Nebel war. Aber so oder so, Verkehr, dann Regen, dann Nebel, und die Pflastersteine, all das war nicht schlimm und würde mich nicht daran hindern, den dritten Pass des Tages zu erreichen. Es brauchte nur etwas Zeit, und es war schon über 18 Uhr als ich am Gotthard ankam. Am Schluss war die Abfahrt gut, weil es auf dieser Seite nebelfrei und grösstenteils trocken war.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Andermatt01440 
Oberalppass112040600
Rueras211400 
Camischolas (Sedrun)22142020
Mustér / Disentis321140 
Fontanivas341070 
Curaglia371330260
Sogn Gions441590260
Pass Lucmagn511970380
Hospezi Lucmagn521920 
Monti Schi681050 
Pianezza69107020
Comprovasco78550 
Malvaglia87360 
Ponte Leggiuna8837010
Biasca92300 
Giornico10139090
Nivo106610220
Faido112710100
Rodi118950240
Airolo1291160210
Passo del S. Gottardo1442110950
Hospental1511490 
Tristelböden1531430 
Andermatt154145020
Andermatt1551440 
Total155 3380

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Strecke 3 (11. August 2014): Andermatt - Furka - Grimsel - Susten - Göschenen

Profil3

Angelika war noch am Sonntag von Andermatt weggefahren. Nach dem Frühstück am Montag morgen musste ich zuerst zur Post, um mein übriges Gepäck nach Hause zu schicken. Dann konnte ich nach Realp auf der selben Strasse wie am Freitag fahren. Das Wetter war immer noch bedeckt, und der Sommer 2014 war immer noch nicht in Sicht. Die offene Frage war, ob die Wolken ausregnen würden. Für den ersten Aufstieg, zur Furka, war die Antwort nein. Vom Pass an regnete es aber leicht. Regen in der Abfahrt ist nie lustig, aber es war mindestens nicht zu kalt, und der Regen hörte auf, als ich in Gletsch ankam. Da konnte ich die Regenjacke abziehen und Richtung Grimselpass steigen. Von dieser Seite war es sehr leicht. Und ruhig: nur wenig Autos und Motorräder, und kaum andere Radfahrer. Am Pass machte ich Halt, um etwas Warmes zu trinken, als es wieder angefangen hat, zu regnen. Komischerweise, das ist dann, als ich im Regen hinunterfuhr, dass ich viele andere Radfahrer sah. Wie vorher von der Furka runter musste ich die Geschwindigkeit der nassen Fahrbahn anpassen, aber so ging es problemlos. Und der Regen hörte allmählich auf. Als ich in Innertkirchen ankam, sah es so aus, dass das gleiche Szenario sich wiederholen könnte, weil ich den Aufstieg zum dritten Pass, zum Susten auch trocken anfangen konnte. Das Szenario hielt aber nicht lange und schon ab Furen hatte ich wieder Regen. Für den Rest des Tages. Mindestens war der Regen nicht so kalt, und der Aufstieg war zwar nicht gerade angenehm, aber auch nicht so hart. Nach einem warmen Getränk am Pass blieb aber noch eine lange Abfahrt. Und der Nebel, der in Szene kam, machte das Ganze noch krasser. Mir blieb aber keine Auswahl: durchhalten und vorsichtig fahren. Nachdem ich endlich Wassen erreichte, war ich froh, wieder bergauf zu fahren, weil es mir wieder wärmte. Für einen richtigen Alpenstern mit seinen drei Schlaufen hätte ich noch nach Andermatt fahren müssen. In diesem Sommer war es aber wegen Bauarbeiten verboten, mit dem Velo die Schöllenen hinaufzufahren. Ich machte deshalb in Göschenen Schluss, und wartete dort auf einen Zug nach Zürich. Erste Priorität war aber ein warmer Kaffee!
Diese Tour war die erste von meinen Sommer-Touren, wo ich jeden Tag vom gleichen Ort aus gefahren war. Mit nur drei Tagen, war sie unter den kürzesten, aber mit durchschnittlich mehr als 3300 m Steigung pro Tag unter den intensiveren. Und das Wetter... ja... so wie der Sommer 2014!

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Andermatt01440 
Andermatt1145010
Tristelböden21430 
Hospental4149060
Realp9154050
Furkapass222430890
Gletsch321760 
Grimselpass382170410
Räterichsboden451770 
Guttannen561060 
Innertkirchen64620 
Gadmen771200580
Sustenpass9222201020
Wassen110910 
Merggelen11193020
Wattingen112900 
Göschenen1151110210
Total115 3250


PS / 24.8.2014