Tour 2015,  26 - 30 Juni

StreckeDistanz (km)Steigung (m)
Lugano - Boffalora - Bellagio - Lecco1131910
Lecco - San Pietro - Ambria - Monte Altino1092730
Monte Altino - Iseo - Lodrino - San Zeno - Pisogne1472960
Pisogne - Borno - Vivione - Aprica1152670
Aprica - Santa Cristina - Tirano24330
Total50810600

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Strecke 1 (26. Juni 2015): Lugano - Boffalora - Bellagio - Lecco

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Mein Plan war, eine Tour in den französichen Alpen zu starten. Aber am Vortag erfuhr ich von einem Streik der Bahnangestellten. Die einzige mögliche Verbindung wurde annuliert. Ich habe deshalb meine Pläne völlig umgekrempelt und habe einen Zug nach Lugano genommen, um eine Tour in Italien zu machen. Ab Lugano bin ich zuerst nach Melide dann über den Damm zur anderen Seeseite gefahren. Im Maroggia habe ich den Ufer verlassen, um nach Arogno und (nach der italiensischen Grenze) nach Intelvi zu fahren. Die Strasse war teilweise sehr steil. Nachher, statt geradeaus zu Comersee zu fahren, habe ich eine Schlaufe über zwei Pässe eingelegt: Boffalora und Colonno. Es war eine sehr schöne Strecke, und auch wenn etwa 2 km vor Boffalora ungeteert waren, war alles mit dem Rennrad problemlos fahrbar. Ich hatte dann eine lange Abfahrt nach Argegno. Von dort bin ich dem Comersee entlang gefahren (wo es selbstverständlich viel Verkehr gab), und ich habe eine Fähre von Cadennabia nach Bellagio genommen. Dank einem dichten Fahrplan musste ich nicht lange warten. Es war aber doch schon 15 h, als ich in den nächsten Aufstieg los gefahren bin. Es war heiss und die Strasse Richtung Süden war bis Civenna sehr steil. Weiter war es leichter und ich kam so zum Pass von Ghisallo. Dieser Pass ist unter italiensichen Radfahrern wohl bekannt, da es befindet sich dort eine Kirche, die der Madonna del Ghisallo als Schutzpatronin der Radfahrer gewidmet ist. Es gibt auch ein kleines Museum zum Thema Rennrad. Die andere Seite des Passes war weniger steil, und in meiner Richtung sowieso leichter. Sie brachte mich in die dichter besiedelte Umgebung von Erba und Lecco. Es waren mehrere andere Seen meinem Weg entlang: Lambro, Segrino, Pusiano, Annone. Wie oft in Italien gab es viele Strassenschilder, aber bei weitem nicht alle nützlich. Es war gar nicht einfach, seinen Weg zu finden. Für Radfahrer (auch nicht wunderlich) wird der Weg noch schlechter angezeigt als für Motorfahrzeuge. An einem Ort musste ich Wegweiser zur Autobahn folgen, um schliesslich einen Radweg parallel zur Autobahn zu finden. Und er war so eng und schlecht unterhalten, dass die Geschwindigkeit auf 10 km/h begrenzt war. Stellt man sich italiensische Rennradfahrer, die so ein Gebot folgen würden? Glücklicherweise gibt es heutzutage Navigationsgeräte, sonst würde ich wahrscheinlich immer noch dort auf der Suche nach Lecco im Kreis fahren. In Lecco wollte ich ja übernachten.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Lugano0330 
Paradiso3270 
San Martino431040
Melide7270 
Maroggia1128010
Maru19850570
Lanzo2188030
Mora (Scaria)24700 
Telo2673030
San Fedele2775020
Laino29690 
Nigare361090400
Passo Boffalora411230140
Bocchetta di Colonno43132090
Pigra48920 
Argegno61200 
Cadenabbia72200 
>>> Bellagio72200 
Guello78630430
Civenna81630 
Colle del Ghisallo83750120
Canzo93400 
Pusiano101260 
San Giuseppe10229030
Lecco113200 
Total113 1910

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Strecke 2 (27. Juni 2015): Lecco - San Pietro - Ambria - Monte Altino

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Für den zweiten Tag bin ich zuerst nach Ballabio und zum Balisio Pass hinauf gefahren. Das zweite Teil, nach der Einmündung der Hauptstrasse, war stark befahren, aber nach dem Pass bin ich rechts ins obere Valsassina abgebogen, wo es wieder ruhiger wurde. Eine kleine Strasse mit ganz wenig Motorfahrzeuge hat mich in Richtung Süden zum San Pietro Pass geführt. Es war Samstag und zahlreiche andere Radfahrer waren im Aufstieg, auf jeder Seite. Mit der Abfahrt bin ich im Tal von Tallegio angekommen. Ich habe ihn nach rechts, und nach den nächsten Pässen, überquert. Es gab zuerst die Forcellina, am Ende eines steilen, ungeteerten Weg, wo ich kurz absteigen musste. Zurück zur normalen Strasse war ich sehr bald am Pass von Bura. Nach diesem leichten Anstieg gab es eine lange Abfahrt ins Brembilla Tal. Bei Sedrina bin ich links ins Brembo Tal abgebogen, den ich bei Ambria auch verlassen habe, um nach Serina hoch zu fahren. Der Himmel war etwas trüb, die Temperatur angenehm und der Aufstieg eher leicht. Ab Selvino bin ich dem Bergkamm entlang und weiter zum Ganda Pass gefahren. Die Abfahrt brachte mich zu noch einem weiteren Tal, das von Seriana. Und der letzte Aufstieg des Tages war wieder ganz steil. Von Cene bin ich in die Hänge vom Monte Altino zum Gallo Pass gefahren. Wie am Vortag, dieser Pass bot eine kleine Kirche in Verbindung zum Fahrrad an (die Madonna der Radfahrer), sowie ein kleines Museum. Es gab auch ein Hotel in der Nähe, aber es war geschlossen. Statt weiter ins Tal zu fahren bin ich lieber etwas 2 km zurück bis zu einem Hotel gefahren, wo ich schon vorher vorbeigefahren war.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Lecco0200 
Colle Balisio11720520
Cremeno1578060
Culmine San Pietro241260480
Valle Bordesiglio291030 
Avolasio30105020
Ponte Enna36660 
Incrocio Forcellina42880220
Forcellina4395070
Incrocio Forcellina44880 
Forcella di Bura45880 
Ponti (Sedrina)61290 
Ambria6733040
Selvino82950620
Cantul83101060
Passo di Ganda86106050
Gazzaniga96400 
Cene98360 
Ospizio Altino104840480
Prati Moletti105750 
Monte Gallo10681060
Colle Gallo107760 
Monte Gallo10881050
Monte Altino109760 
Total109 2730

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Strecke 3 (28. Juni 2015): Monte Altino - Iseo - Lodrino - San Zeno - Pisogne

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Nach der nächtlichen Erholung in den Bergamasken Voralpen, sollte meine Tour weiter Richtung Osten gehen. Zuerst war wieder der Passo del Gallo auf disem Weg. Nach diesem 'Hahnenpass' bin ich ins Tal der Pferde (Val Cavallina) hinuntergefahren, das ich eine Weile zum Südwesten gefolgt habe. Bei Entratico bin ich links auf eine schmale Strasse abgebogen, die zum kleinen Pass Buca del Corno führte. Klein in Bezug auf die Höhe, aber nicht von der Steigung her, wieder einmal eine rechte harte. Im Westen konnte ich die Stadt Bergamo sehen. Ich bin dann in die Richtung vom Iseo See gefahren, weiter auf dessen südlichen Ufer zur Stadt Iseo. Es waren viele Leute und viel Verkehr. Es gab einige Radwege, aber voll Radwanderern und Fussgänger, und sowieso nicht für die normale Geschwindigkeit eines Rennrads angepasst. Alle sportlichere Fahrer (und an idesem Sonntag Morgen waren es viele) fuhren deshalb auf den Hauptstrassen. Ab Iseo ging es wieder bergauf. Der bächste Pass, Passo dei Tre Termini war ein sanfter Aufstieg, aber doch mit 500 Höhenmeter zu überwinden, und an der Sonne war es recht warm. Nach der Abfahrt bin ich links nach Gardone Val Trompia gefahren. Ich bin durch diese Stadt und weiter in diesem Tal bis Brozzo gefahren, um dann in ein Seitental nach Lodrino hinauf. Diese Strasse war ruhiger und ich konnte die Fahrt geniessen. Nach Lodrino ging es wieder bergab, bis dort wo praktisch der Wendepunkt meiner Tour war: Nozza. Von da her war meine Hauptrichtung nicht mehr nach Osten sondern nach Norden. Zuerst bedeute das nochmals bergauf zu fahren. Zum Glück waren da Wälder, also Schatten, und hie und da Brunnen, so dass Durst nicht zu befürchten war. Und zwar während der ganzen Tour. Ich bin so in der Gemeinde Pertica Alta angekommen, die aus verschiedenen bildhübschen Weilern besteht. Nach diesen Weilern krönten zwei Pässe diese Teilstrecke: Termine und Santellone. Hier auch fuhr ich auf kleine, wenig befahrene Strassen. Danach bin ich zurück in Val Trompia hinunter gefahren, wo ich die Strecke meiner Tour 2002 wieder gefunden habe. Der Aufstieg zum nächsten Pass schien mir wesentlich länger als 13 Jahre zuvor, aber diesmal kam er am Ende des Tages und nicht schon am Morgen. Als ich den San Zeno Pass erreichte, gab es dort viele Leute, die einen schönen Sonntag in den Bergen geniessen wollten. Und die Schlussabfahrt brachte mich zu den vielen Leuten, die einen schönen Sonntag am See geniessen wollten. Es handelte sich nochmals um den Iseo See, genauer um Pisogne an dessen nördlichen Teil. Der Tag war ziemlich lang gewesen, fast 10 Stunden inklusiv Pausen, aber ich hatte doch noch Zeit für ein Bier auf einer Terrasse, bevor es zum Abendessen weiter ging.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Monte Altino0760 
Monte Gallo181050
Colle del Gallo2760 
Mologno7360 
Entratico14270 
Buca del Corno17560290
Colle di San Giovanni20510 
Tremellini23250 
Sarnico29190 
Iseo4020010
Passo dei Tre Termini48680480
Ponte Zanano57300 
Brozzo65400100
Lodrino73740340
Nozza86300 
Belprato94800500
Passo del Termine103990190
Passo del Santellone106880 
Bagatta109720 
Irma11081090
Lavone115510 
Colle dello Zeno1291420910
Pisogne147200 
Total147 2960

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Strecke 4 (29. Juni 2015): Pisogne - Borno - Vivione - Aprica

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Montag Morgen, das Wetter war bedeckt, aber Regen schien nicht zur Tagesordnung zu stehen. Perfekt zum Fahren. Ich bin zuerst dem Val Camonica entlang, fast bis Breno hinaufgefahren. Ich habe dann eine kleine Strasse nach Links genommen, die zum Städtschen Borno hinaufführt. Es war nicht steil, und nach Borno noch weniger. Mühelos bin ich also zum Pass von Croce di Salven. Mit der Wahl dieser Strecke konnte ich nicht nur diesen Pass befahren (neu für mich), sondern auch die Tunnels des unteren Scalve Tal meiden, wo ich 2002 gefahren war. Nach der Abfahrt nach Dezzo ging es zum oberen Teil des Scalve Tal, zuerst zur touristischen Ortschaft Schilpàrio, dann zum Höhepunkt dieser Tour, der Passo del Vivione. Die Strasse wurde schmal, war aber gut unterhalten. Wahrscheinlich weil Kreuzen recht schwierig ist, waren kaum Autos dort unterwegs, nur einige wenige Rad- und Motorradfahrer. Die Strasse wurde immer steiler, bis sie aus dem Wald heraus kam, um eine kleine Ebene um den Pass zu erreichen. Rund herum waren abgerundete Berggipfel. Es war nicht nur der höchste Punkt der Tour, sondern auch eins von den schönsten. Gerade rechtzeitig erschein die Sonne. Die Abfahrt von diesem Pass war lang und schön. Sie brachte mich zurück zum Camonica Tal. Dort war es gar nicht mehr schön, mit viel Verkehr, darunter auch Lastwagen. Aber ich kriegte Hilfe von einem guten Rückenwind. Nach einer kleinen Pause in Édolo bin ich schliesslich bis Aprica hinaufgefahren, mein letzter Etappenort.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Pisogne0200 
Malegno2329090
Borno34890600
Croce di Salven381110220
Dezzo di Scalve48740 
Schilpario561120380
Passo del Vivione691830710
Malonno90510 
Èdolo99700190
Aprica1151180480
Total115 2670

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Strecke 5 (30. Juni 2015): Aprica - Santa Cristina - Tirano

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The last stage of this tour would have to be short because i needed to be back home in the evening. The bicycle would thus have to go into the train. Even if short, it was a very nice ride. Instead of just riding down into the Valtellina valley, i took the small road over the Santa Cristina pass. This short climb was on the same road as we came down to Aprica in 2003. It was almost entirely in the forest, but i could still have some glimpses over the Valtellina before coming down at Stazzona. From there, there were just a few kilometres left to reach Tirano and to go to the station of the Rhetic railways. It was the second time that i took the train over the Bernina pass and it was so beautiful that i did not regret too much not to have time to climb by bicycle. I'd recommend this train ride to anybody who did not yet have had a chance to enjoy it (or who did not have the chance to do it by such a good weather as i had).
This tour had started as a second choice because of strikes in France, but it turned out to be first choice. The only mistake was to think that all passes would be easy because none was really high: some were really steep and a triple chainring would not have been useless!

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Aprica01180 
San Pietro21160 
Passo di S. Cristina71450290
Stazzona20400 
Tirano2444040
Total24 330


PS / 10.7.2015