Tour 2017, 22 - 26 Juni
| Strecke | Distanz (km) | Steigung (m) |
|---|---|---|
| Cuneo - Valgrana - Castelmagno | 39 | 1230 |
| Castelmagno - Fauniera - Preit - Stroppo - Sampéyre | 81 | 2310 |
| Sampéyre - Agnel - Izoard - Briançon | 92 | 2930 |
| Briançon - Galibier - Télégraphe - St-Jean-de-Maurienne | 103 | 2420 |
| St-Jean-de-Maurienne - Chaussy - Frêne - Chambéry | 126 | 2390 |
| Total | 441 | 11280 |
Strecke 1 (22. Juni 2017): Cuneo - Valgrana - Castelmagno
Die Stadt Cuneo war das Zielort meiner 2102er Tour gewesen, also warum nicht Startort in 2017? Dort zu gelangen erwies sich wesentlich leichter als die Rückreise fünf Jahre davor. Es war das erste Mal, dass ich durch den neuen Gotthard Basistunnel reiste. Faszinierend, wie schnell man die Alpen durchqueren kann! Weiter waren die italienische Züge pünktilich, nur dass zwischen Turin und Cuneo die Klimatisation ausfiel. Aber es hatte einen Vorteil: die Hitzewelle war so weniger ein Schock, als ich aus den Zug ausstieg. 35°. Gegen die Hitze gab es zwei Mittel: genug trinken, und dann in höheren Lagen steigen. Zum Glück waren die Berge nicht weit. Ich nahm die Strasse ins Grana Tal, wo es ab dem Dorf Pradleves richtig bergauf ging. Es war immer weniger Verkehr, aber die Hitze war immer dabei. Kurz bevor ich Castelmagno erreichte bog ich rechts in eine steile kleine Strasse ab, die mich nach Colletto brachte. Nachdem ich einige Photos von diesem Weiler genommen hatte, fuhr ich den selben Weg hinunter, dann nach Castelmagno und weiter nach Chiappi hinauf. Die Strasse war ziemlich steil, aber die Temperatur besser zu ertragen. Schliesslich brach ein Gewitter aus, aber erst eine halbe Stunde nachdem ich das Hotel erreicht hatte, wo ich eine Reservierung hatte.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Cuneo | 0 | 540 | |
| Caraglio | 11 | 560 | 20 |
| Pradleves | 24 | 820 | 260 |
| Campomolino | 31 | 1130 | 310 |
| Colletto | 32 | 1250 | 120 |
| Campomolino | 33 | 1130 | |
| Chiappi (Castelmagno) | 39 | 1650 | 520 |
| Total | 39 | 1230 |
Strecke 2 (23. Juni 2017): Castelmagno - Fauniera - Preit - Stroppo - Sampéyre
Nach einem guten Schlaf und einem guten Früstück bin ich aus Chiappi um Viertel nach acht
los gefahren. Weil ich schon halbwegs im Aufstieg war, war der Aufstieg zum ersten Pass des
Tages, Colle d'Esischie, keine schwierige
Sache, auch wenn die kleine Strasse zum Teil recht steil war. Von dort aus konnte ich sieben
weitere Pässe wie Perlen an einem Halband einfädeln.
Colle Vallonetto,
Colle dei Morti und
Colle di Valcavera waren alle über eine
Strasse erreichbar, dann ging es aber über einem Kiesweg weiter. Deshalb hatte ich meine
Laufräder mit 28 mm Kiesweg-Reifen montiert. Die Gefälle waren sanft, und die Fahrt problemlos
zu den Bandia,
Margherina und
Cologna Pässen. Das Wetter war schön und die
Lanschaft wunderschön. Für den nächsten Pass,
Salsas Blancias, musste ich den Weg
verlassen, und das Fahrrad etwa 100 m stossen, um die Passhöhe zu erreichen. Weiter wurde der
Kiesweg gröber, und es waren keine weitere Pässe bis ich den
Colle del Preit erreichte. Die Abfahrt von
dort war auf geteerter Strasse, aber es waren Löcher, Risse und Splitter, die volle
Aufmerksamkeit verlangten. Das brachte mich ins Maira Tal, das ich für einige Kilometer
folgte, bevor ich auf die andere Seite nach Stroppo stieg. Wie erwartet, war es dann, um
Mittag in einem Südhang, dass die Hitze die Weiterfahrt etwas erschwerte. Auch wenn ich mit
vollen Flaschen in die Steigung ging, mein Wasservorrat war knapp als ich endlich
Colle Bettone erreichte, und gleich danach
die Hütte Sousto dal Col, wo ich meine Flaschen wieder füllen konnte. Kurz nach dieser
kurzen Pause erreichte ich Colle della
Cavallina, wo man sich schon fragt, warum es den Namen eines Passes trägt. So oder so,
es gab noch zu strampeln, um den letzten Pass des Tages,
Colle di Sampéyre zu erklimmen. Es waren
jetzt auch einige andere Radfahrer, Motorradfahrer und einige Autos unterwegs. Auch wenn ich
langsam etwas Müde war konnte ich die Fahrt geniessen. Für die Abfahrt war die Strasse leider
nicht in gutem Zustand. Aufmerksamkeit war wieder ganz wichtig. Als ich schliesslich
Sampéyre erreichte (was St. Peter bedeutet), bin ich zum ersten Hotel gefahren, den ich
gefunden habe.
Bemerkung für diejenige Leser, die es verrückt finden, über 12 Pässen an einem einzigen Tag
zu fahren... Ja, aber mit einem Mountain Bike könnte man noch mehr erreichen, sei es im
Fauniera Gebiet oder um den Sampéyre!
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Chiappi (Castelmagno) | 0 | 1650 | |
| Colle d'Esischie | 9 | 2370 | 720 |
| Colle Vallonetto | 10 | 2440 | 70 |
| Colle dei Morti | 11 | 2480 | 40 |
| Colle di Valcavera | 12 | 2430 | |
| Colle della Bandia | 14 | 2410 | |
| Colle Margherina | 16 | 2420 | 10 |
| Colle Cologna | 17 | 2390 | |
| Colle di Salsas Blancias | 18 | 2450 | 60 |
| Pianezza | 24 | 2300 | |
| Rifiugio Gardetta | 25 | 2340 | 40 |
| Pianezza | 26 | 2300 | |
| Colle del Preit | 29 | 2080 | |
| Marmora | 39 | 1190 | |
| Ponte Marmora | 43 | 940 | |
| Bassura | 47 | 910 | |
| Colle Bettone | 60 | 1830 | 920 |
| Colle della Cavallina | 61 | 1940 | 110 |
| Colle di Sampéyre | 64 | 2280 | 340 |
| Sampéyre | 81 | 960 | |
| Total | 81 | 2310 |
Strecke 3 (24. Juni 2017): Sampéyre - Agnel - Izoard - Briançon
Ab Sampéyre war mein Ziel, über meinen letzten Alpenpass zu fahren, der über 2000 m liegt,
und den man mit einem Rennrad überqueren kann: col Agnel. Der Aufstieg war ziemlich lang. Bis
Chianale war er erst sanft, aber weiter oben war das Gefälle stets um die 10%. Dank der
zunehmenden Höhe blieb die Temperatur angenehm frisch. Es war Samstag und deshalb waren viele
andere Radfahrer und auch Motorradfahrer unterwegs. Nachdem ich den
Agnel Pass erreicht hatte, und einige Bilder
geschossen hatte, habe ich entschieden, mein Fahrrad bis zum
alten Agnel Pass zu schieben, knapp 200 m
weiter auf der Grenze zwischen Italien und Frankreich, auf dem selben Grat aber hinter einem
kleinen Gipfel. Ein Pass mehr, auch wenn kaum Anstrengung erfordernd.
Die Abfahrt ins Queyras Tal war auf einer guten Strasse und entsprechend schön zu fahren. Nicht
schön für alle, allerdings: mir kamen eine Ambulanz und ein Polizeiwagen entgegen, beide mit
Sirene und Blaulicht. Weiter unten erreichte ich Château-Queyras. Die eindrucksvolle Burg, die
der Ortschaft ihren Namen gibt, sitzt auf einem Hügel, und die Strasse führt hinter diesem
Hügel. Das heisst, dass es ein Pass ist, einfacher
Collet genannt. Nur wenige Kilometer weiter
war die Kreuzung, wo ich entscheiden musste, ob ich über den Izoard Pass fahren würde, oder ob
ich ihn umfahren würde. Ich habe den selben Weg wie für meine
Tour 2001 genommen, das heisst: bergauf. Inzwischen
war es recht warm und ich musste viel trinken um weiter zu kommen. Nach dem einladend grünen
Teil des Tals erreichte ich den Plâtrière Pass.
Für die Puristen wäre der Pass etwa 50 m unterhalb der Strasse liegen, aber ich entschied, keinen
Purist zu sein und blieb auf der Strasse. Weiter, zuerst mit einer kurzen Abfahrt, begann die
fast rein mineralische Welt der Casse Déserte, ein Gebiet von Felsen und Schutthalden. Oben auf
dem Izoard Pass war ich bei weitem nicht der
einzige Radfahrer. Es war erst 14 Uhr, und es war der letzte Pass, den ich für diesen Tag
geplant hatte. Ich hatte also Zeit, den Izaord zu geniessen, Photos zu schiessen, etwas zu
tinken und mit anderen Radfahrerern zu plaudern. Dann gab es die lange, schöne und zum Teil
recht schnelle Abfahrt nach Briançon, wo das Tourismusbüro mich zu einem Hotel der Stadt
weiterleiten konnte.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Sampéyre | 0 | 960 | |
| Casteldelfino | 11 | 1300 | 340 |
| Castello | 16 | 1590 | 290 |
| Chianale | 22 | 1800 | 210 |
| Col Agnel | 31 | 2740 | 940 |
| Col Vieux d'Agnel | 32 | 2770 | 30 |
| Fontgillarde | 44 | 2000 | |
| Pierre Grosse | 46 | 1900 | |
| Ville Vieille | 53 | 1390 | |
| L'Iscle (Château Queyras) | 55 | 1310 | |
| Le Collet | 56 | 1390 | 80 |
| Champ Rient | 59 | 1350 | |
| Arvieux | 62 | 1550 | 200 |
| La Platrière | 69 | 2220 | 670 |
| Casse Déserte | 70 | 2190 | |
| Col d'Izoard | 72 | 2360 | 170 |
| Cervières | 82 | 1610 | |
| Briançon | 92 | 1200 | |
| Total | 92 | 2930 |
Strecke 4 (25. Juni 2017): Briançon - Galibier - Télégraphe - St-Jean-de-Maurienne
Übernachts hatte es einen Gewitter gegeben und es war jetzt merklich kühler. Als ich um 8 Uhr mich in den Weg setzte, war es in den sanften aber langen Aufstieg zum Lautaret Pass. Er gab noch nicht viel Verkehr an diesem Sonntag Morgen. Sachen änderten sich etwas, als ich nach dem Lautaret in Richtung Galibier Pass weiter fuhr. Erstens war die Steigung ernshafter. Zweitens nahm der Verkehr zu (Fahrräder, Motorräder, Autos). Als ich oben auf diesem grossen Pass war, war es richtig kühl, und zum ersten und letzten Mal dieser Tour zog ich für die Abfahrt die Windjacke an. Nach nur 3 km in der Abfahrt war ich am Pass vom Plan Nicolas, der nur einige Meter seitlich oberhalb der Strasse liegt. Ich habe nicht geschummelt und bin wirklich bis zu diesem Pass gefahren. Der Rest der Abfahrt nach Valloire war lang. Oft erscheinen mir Abfahrten lang, und dann wundere ich mich, dass ich das Ganze auch bergauf fahren konnte (was in diesem Fall 2001 war). In Valloire gab es irgendeine Veranstaltung. Ich habe nicht verstanden worum es ging, aber es war überfüllt und laut. Ich war froh, diese Ortschaft um wieder etwas bergauf zu fahren, und zwar bis zum Weiler namens Le Col. Dort verliess ich die Strasse, um einen Weg zu nehmen, der (fast parallel zur Strasse) zum Col des Trois Croix hinauf fuhr. Dort gab es tatsächlich drei Kreuze bei einer Kapelle. Zu einem kleinen Teil musste ich das Fahrrad hoch schieben, aber bergab konnte ich dann alles fahren. Ein kleiner Waldweg brachte mich direkt zum Télégraphe Pass. Von dort gab es nochmals eine lange Abfahrt, bis ich St-Michel-de-Maurienne erreichte. Inzwischen war es warm, aber doch ohne Vergleich mit den vorigen Tagen. Ich habe deshalb nicht gezögert, über St-Michel in die andere, nach Süden ausgerichtete Talseite hoch zu fahren. Ich hatt noch etwa 700 Höhenmeter zu absolvieren, bis ich den Col de Beau Plan erreichte, den ich nicht als Pass definieren würde, obwohl er auf offiziellen Karten und auf einem Strassenschild so genannt wird... Weiter kam die Strasse wieder herunter, und ich war bald am Col de Beaune, der auch seinen Namen auf Landeskarte und Strassenschild hat, aber topographisch auch nicht wirklich ein Pass ist. Am Schluss der kleinste Pass von dieser Schlaufe auf der rechten Talseite war ein echter Pass: Col de la Porte. Von dort an war der Rest der Fahrt im Maurienne Tal gegen einen starken (und heissen) Wind. Ich fuhr hinunter (und am Schluss ein wenig hinauf) nach St-Jean, wo ich eine Weile suchen musste, bis ich schliesslich ein Hotel finden konnte.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Briançon | 0 | 1200 | |
| Col du Lautaret | 28 | 2060 | 860 |
| Col du Galibier | 37 | 2650 | 590 |
| Plan Nicolas | 40 | 2410 | |
| Valloire | 55 | 1410 | |
| Le Col | 58 | 1530 | 120 |
| Col des Trois Croix | 59 | 1650 | 120 |
| Col du Télégraphe | 61 | 1570 | |
| St-Michel-de-Maurienne | 73 | 710 | |
| Col de Beau Plan | 83 | 1410 | 700 |
| Col de la Porte | 91 | 900 | |
| Les Chaudannes | 101 | 540 | |
| St-Jean-de-Maurienne | 103 | 570 | 30 |
| Total | 103 | 2420 |
Strecke 5 (26. Juni 2017): St-Jean-de-Maurienne - Chaussy - Frêne - Chambéry
Wie gehofft war am Morgen kein Talwind mehr. Ich fuhr zuerst hinunter zum Dorf Hermillon, dann aber wieder hinauf zu einem kleinen Pass über dem Tal, Col du Ventour. Auf einer kurzen Abfahrt nach Montvernier folgte ein längerer Aufstieg. Das Wetter war perfekt, die Landschaft schön und abwechslungsreich, der Verkehr begrenzte sich auf wenige Radfahrer, alles ideale Bedingungen um den Aufstieg zum Chaussy Pass zu geniessen. Nach diesem Pass brachte mich die Abfahrt auf die Strasse vom Madeleine Pass und zurück ins Maurienne Tal, nach La Chambre. Ich bin diesem Tal und weiterm dem Isère Tal für fast 40 km gefolgt, bis ich St-Pierre-d'Albigny erreichte. Diese Strecke war haupsächlich auf kleineren Strassen, aber zum Teil (besonders im Isère Tal) auch auf Strassen mit viel Verkehr. Nach dem Aufstieg nach St-Pierre fuhr ich weiter zum Frêne Pass und ins Bauges Bergmassiv. Nach einer Schlaufe gegen Norden kam ich zum letzten Pass dieser Tour an, zum Col des Prés. Bis dann war das Wetter bedeckt, und in der Abfahrt gab es einige Regentropfen, aber nichts Ernsthaftes. Ich war schliesslich rechtzeitig in Chambéry, um einen Zug in Richtung Schweiz zu nehmen.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| St-Jean-de-Maurienne | 0 | 570 | |
| Longefan | 2 | 520 | |
| Col du Ventour | 6 | 780 | 260 |
| Le Villaret d'en Bas | 7 | 720 | |
| Col du Chaussy | 18 | 1530 | 810 |
| Le Merderel (Bonvillard) | 21 | 1350 | |
| Bonvillard | 22 | 1350 | |
| La Chambre | 33 | 470 | |
| L'Aiguillon | 39 | 410 | |
| La Chapelle | 41 | 460 | 50 |
| Le Rochillon (St-Léger) | 43 | 380 | |
| Le Vernet (St-Pierre) | 69 | 280 | |
| Col du Frêne | 79 | 950 | 670 |
| Routhennes | 81 | 850 | |
| Leyat | 92 | 660 | |
| La Bottière (Aillon-le-Vieux) | 100 | 930 | 270 |
| Aillon-le-Jeune | 102 | 900 | |
| Col des Prés | 106 | 1140 | 240 |
| Pont des Callets | 115 | 520 | |
| Ste-Nicolle | 116 | 610 | 90 |
| St-Alban-Leysse | 122 | 310 | |
| Chambéry | 126 | 270 | |
| Total | 126 | 2390 |
PS / 8.7.2017




